Mann zwang ICE bei Verden zur Notbremsung
Es geschah in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 22:45 Uhr. Ein ICE war auf dem Weg vom Bremer Hauptbahnhof Richtung Hannover. Als der Zug im Stadtgebiet von Verden (Landkreis Verden, Niedersachsen) mit etwa 120 km/h unterwegs war, passierte etwas Gefährliches: Ein Mann lief plötzlich mitten auf den Schienen.
Der Lokführer sah den Unbekannten erst im letzten Moment. Er gab sofort einen Achtungspfiff ab und zapfte die Notbremse. Der Zug kam gerade noch rechtzeitig zum Stehen, sodass es nicht zu einem Zusammenstoß kam. Als die Bremsmanöver beendet waren, war der Mann jedoch bereits verschwunden. Er hatte die Gleise in eine unbekannte Richtung verlassen.
Die Folgen waren massiv. Die Bundes- und Landespolizei suchten gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Rettungsdienst das Gebiet ab. Wegen der Suche blieb die Bahnstrecke für etwa eineinhalb Stunden komplett dicht. Insgesamt waren 13 Züge betroffen, was zu Verspätungen von insgesamt 480 Minuten führte. Auch der Lokführer war nach dem Vorfall unter Schock und musste abgelöst werden, bevor der ICE seine Fahrt fortsetzen konnte.
Die Bundespolizei warnt nun eindringlich davor, die Gleise ohne Erlaubnis zu betreten. Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern kann auch eine Straftat sein.
Die Beamten der Bundespolizeiinspektion Bremen suchen nun nach Zeugen. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0421/16299-7777 oder per E-Mail an [email protected] melden. Die Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr dauern an. Ob und inwieweit sich der Verdaechtige strafbar gemacht hat, klaert nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Bremen – zur Originalmeldung