Main zu heiß: Warnstufe für Unterfranken ausgelöst
Im Main wird es gefährlich warm. Die Regierung von Unterfranken hat deshalb die Warnstufe „Warnung“ für den ersten Meldebereich ausgelöst. Dieser Bereich reicht von der Grenze zu Hessen bei Kahl (Main-km 66,6) bis nach Würzburg (Main-km 252,3). In Dorfprozelten (Landkreis Miltenberg, Bayern) und Umgebung ist die Lage kritisch.
Die Ursache sind die heißen Tage und warmen Nächte. Vor allem im Raum Würzburg, Erlabrunn und Kitzingen hat sich das Wasser stark erwärmt. Im Durchschnitt liegen die Temperaturen dort zwischen 26 und 27 Grad. In Erlabrunn wurden sogar Spitzenwerte von 27,8 Grad gemessen.
Auch der Bereich von Würzburg Richtung Bamberg (Flusskilometer 252,3 bis 384,2) ist betroffen. Hier gilt zwar erst die Vorwarnstufe, aber auch dort steigen die Temperaturen an. Zwischen Bamberg und Kitzingen liegen die Werte bereits bei etwas über 25 Grad.
Ein weiteres Problem ist die Wassermenge. Der Abfluss nimmt ab und liegt aktuell bei einem Drei-Tages-Mittelwert von 28 Kubikmetern pro Sekunde. Damit ist die Schwelle zur Warnstufe fast erreicht. Zwar hilft Wasser aus dem Main-Donau-Kanal- und Regnitz-System, das etwa 28 Prozent der Menge ausmacht, aber es reicht nicht aus, um die Erwärmung zu stoppen.
Ein kleiner Lichtblick: Die Sauerstoffwerte sind momentan noch im grünen Bereich. Das liegt an der starken Sonne, durch die Algen im Wasser wachsen und Sauerstoff produzieren.
Die Behörden bitten nun alle Menschen, rücksichtsvoll mit dem Fluss umzugehen. Die Fische und anderen Lebewesen im Main stehen unter großem Stress. Wenn Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen, sollten sie nicht durch schnell fahrende Boote gestört werden. Auch schattige Plätze am Ufer sollen in Ruhe gelassen werden. Wer Schlamm und Sediment aufwirbelt, entzieht dem Wasser Sauerstoff, was für die Tiere tödlich enden kann.
Die Regierung beobachtet die Situation weiterhin genau. Weitere Informationen gibt es beim Niedrigwasser-Informationsdienst des Freistaates Bayern.