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Main-Kinzig-Kreis: Falscher Notruf löst Großeinsatz aus

Eine Frau behauptete am Telefon, ihr Bruder greife die Schwester mit einem Messer an. Die Polizei rückte sofort aus, doch die Geschichte war komplett erfunden.

Am Mittwochabend ging bei der Polizei im Main-Kinzig-Kreis (Hessen) ein Notruf ein, der die Beamten in höchste Alarmbereitschaft versetzte. Eine Frau behauptete am Telefon, ihr Bruder habe gerade ihre Schwester mit einem Messer angegriffen. Die Situation klang dramatisch: Die Anruferin sagte, sie habe sich im Badezimmer eingeschlossen, während die anderen beiden Geschwister in der gemeinsamen Wohnung seien. Zudem behauptete sie, der Bruder trage eine Waffe bei sich.

Die Polizei musste die Meldung ernst nehmen, denn im Hintergrund des Telefonats waren schreiende Männerstimmen zu hören. Es klang so, als würden gerade Tritte und Schläge verteilt. Da die Beamten von einer akuten Gefahr ausgingen, schickten sie sofort mehrere Streifenwagen zum Einsatzort.

Doch als die Polizisten an der Wohnung ankamen, löste sich das Drama in Luft auf. Es gab keinen Angriff und keine Verletzten. Die Bewohner der Wohnung wussten von nichts und allen ging es gut. Die gesamte Geschichte war offensichtlich frei erfunden.

Die Polizei nennt solche Aktionen „Swatting“. Dabei werden bewusst Notlagen erfunden, um die Polizei zu einer bestimmten Adresse zu schicken und die dortigen Menschen zu schikanieren. Oft passiert das im Umfeld von Online-Games, wenn Spieler sich streiten und dann die Adressen der anderen missbrauchen. In der Vergangenheit gab es in Südosthessen schon ähnliche Fälle mit erfundenen Bränden oder Bombendrohungen.

Die Beamten warnen eindringlich vor solchen „Scherzen“. Wer Notrufe missbraucht oder Straftaten vortäuscht, macht sich strafbar. Das kann nicht nur zu einer Anzeige führen, sondern die Verantwortlichen müssen unter Umständen auch für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen. Zudem sind die Einsatzkräfte in solchen Momenten für echte Notfälle nicht verfügbar.

Wer den Anruf getätigt hat und warum das passiert ist, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen – zur Originalmeldung

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