Märkischer Kreis überarbeitet Hilfe für psychisch Kranke
Im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) gibt es neue Leitlinien für den Umgang mit Menschen, die psychisch krank sind oder eine Sucht haben. Landrat Ralf Schwarzkopf, die Fachbereichsleiterin Leslie Kamphuis und Fachdienstleiter Lothar Buddinger haben die überarbeitete Orientierungshilfe vorgestellt.
Das neue Konzept trägt den Namen „Auf Stärken bauen“. Das bedeutet konkret: Die Mitarbeiter sollen den Betroffenen mit Respekt begegnen und auf Augenhöhe mit ihnen reden. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, damit die Menschen wieder eigenständiger leben und besser in die Gesellschaft integriert werden können. Das ist oft schwierig, besonders wenn chronisch Kranke selbst nicht merken, dass sie Hilfe brauchen. Hier müssen die Fachleute versuchen, die Patienten zu motivieren und ihnen ihre eigenen Fähigkeiten bewusst zu machen.
Der Dienst hilft bei einer Vielzahl von Problemen. Dazu gehören Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie Demenz im Alter. Auch Menschen, die Probleme mit Alkohol oder Medikamenten haben, finden hier Unterstützung. Die Betreuungsbehörde berät zudem zu Vorsorgevollmachten und gesetzlichen Betreuungen. Laut Lothar Buddinger, einem Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist eine gesetzliche Betreuung immer nur das letzte Mittel. Die Wünsche der Betroffenen stehen im Vordergrund.
Insgesamt 33 Mitarbeiter im Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes kümmern sich um die Fälle. Unterstützt werden sie von zwei Ärzten aus dem Klinikum Lüdenscheid und der LWL-Klinik Hemer. Um den Zugang einfach zu machen, gibt es Beratungen in Wohnortnähe, Hausbesuche und digitale Sprechstunden.
Der Dienst arbeitet eng mit Tagesstätten, Heimen und Selbsthilfegruppen zusammen. Gemeinsam mit anderen Stellen im Kreis dürfen sie auch ambulante Reha-Maßnahmen für Suchtkranke durchführen. Da der Dienst sehr gut vernetzt ist, übernimmt er zudem die Psychiatriekoordination im gesamten Kreis, um das Hilfesystem ständig zu verbessern.
Interessierte Bürger oder Angehörige können sich bei Fragen an den Fachdienst wenden. Für weitere Informationen steht Ursula Erkens unter der Telefonnummer 02351 966 6149 zur Verfügung.