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Märkischer Kreis führt neues Frühwarnsystem gegen Starkregen ein

Copyright und Urheber siehe Märkischer Kreis

Intelligente Sensoren und eine KI sollen künftig Hochwasser früher vorhersagen. Das Projekt ist eine Reaktion auf die schweren Unwetter von 2021.

Im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) startet ein neues Projekt, um die Region besser vor Überflutungen zu schützen. Ein kreisweites Frühwarnsystem soll Einsatzkräften helfen, drohende Hochwasser früher und genauer zu erkennen. Der Anstoß für das Ganze war das Unwetter „Bernd“ im Juli 2021. Damals gab es im Kreis schwere Schäden und zwei Feuerwehrmänner verloren ihr Leben, weil kleine Bäche blitzartig zu reißenden Strömen wurden.

Das neue System setzt auf Technik: Überall im Kreisgebiet werden Sensoren installiert. Diese messen nicht nur den Wasserstand, sondern auch, wie feucht der Boden ist. Das ist wichtig, denn nur wenn der Boden gesättigt ist, fließt das Regenwasser sofort in die Bäche ab. Eine Künstliche Intelligenz (KI) wertet diese Daten zusammen mit Informationen vom Deutschen Wetterdienst in Echtzeit aus. Laut Hersteller kann das System Gefahren bis zu 60 Minuten vor einer Hochwasserwelle vorhersagen.

Von den Daten profitieren vor allem die Untere Wasserbehörde, die Kreisleitstelle und die Feuerwehren in den Städten und Gemeinden. So wissen die Retter genau, welche Gewässer kritisch werden und wo sie ihre Leute am besten einsetzen. Später sollen die Pegeldaten auch für alle Bürger über ein Internetportal sichtbar sein.

Die Finanzierung ist aufgeteilt: Die 15 Kommunen bezahlen und installieren die Messstellen an ihren Gewässern. Der Kreis kümmert sich um die KI-Software und die Bodenfeuchtesensoren. Ähnliche Systeme gibt es bereits in Hagen oder in Lüdenscheid-Herscheid, was die Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinweg erleichtert.

Bis alles perfekt funktioniert, braucht es jedoch Geduld. Nach dem Einbau der Sensoren folgt eine Lernphase von bis zu einem Jahr. In dieser Zeit muss die KI erst lernen, wie die Zusammenhänge zwischen Regen, Boden und Wasser im Gebiet funktionieren. Wolfram Jung von der Unteren Wasserbehörde betont, dass das System zwar keinen baulichen Hochwasserschutz ersetzt, aber einen wichtigen Zeitvorsprung verschafft.

Wer sich privat absichern möchte, findet auf der Internetseite des Märkischen Kreises bereits eine Starkregenmodellierung zur Eigenvorsorge.

Quelle: Märkischer Kreis – zur Originalmeldung

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