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Märkischer Kreis baut neues Frühwarnsystem gegen Hochwasser

Copyright und Urheber siehe Märkischer Kreis

Nach den schweren Opfern beim Unwetter „Bernd“ setzt der Kreis auf Künstliche Intelligenz. Sensoren sollen Überflutungen künftig früher vorhersagen.

Im Märkischer Kreis (Nordrhein-Westfalen) startet ein großes Projekt zum Schutz vor Starkregen und Hochwasser. Ein neues Frühwarnsystem soll dafür sorgen, dass die Feuerwehr und andere Retter viel früher wissen, wenn Wasser steigt. Das Ziel ist klar: Man will verhindern, dass Menschen in Gefahr geraten oder Einsatzkräfte überrascht werden.

Der Anstoß für die Technik kam aus einer traurigen Erfahrung. Beim Unwetter „Bernd“ am 14. und 15. Juli 2021 gab es im Kreis schwere Schäden. Damals starben zwei Feuerwehrmänner im Einsatz. Kleine Bäche wurden innerhalb kürzester Zeit zu reißenden Flüssen. An vielen dieser Stellen gab es damals keine Messdaten, weshalb niemand wusste, wie schnell die Gefahr wuchs.

Jetzt ändert sich das. Im gesamten Kreisgebiet werden Sensoren installiert. Diese messen nicht nur den Wasserstand, sondern auch, wie feucht der Boden ist. Das ist wichtig, denn nur trockener Boden kann Regen aufsaugen. Wenn der Boden schon voll ist, fließt das Wasser sofort in die Bäche.

Die Daten fließen in eine Künstliche Intelligenz (KI). Diese Software wertet die Werte in Echtzeit aus und erkennt Muster. Laut Hersteller kann das System eine Hochwasserwelle bis zu 60 Minuten vor ihrem Eintreffen vorhersagen. Zugriff auf diese Infos haben die Wasserbehörde, die Kreisleitstelle und die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden.

Die Zusammenarbeit ist aufgeteilt: Die Städte und Gemeinden bezahlen und installieren die Messstellen an ihren Gewässern. Der Märkische Kreis kümmert sich um die KI-Software und die Sensoren für die Bodenfeuchte. Alle 15 Kommunen haben bereits im August 2024 zugestimmt.

Das System ist kein sofortiger Schutz gegen Wasser, aber es verschafft den Rettern Zeit, um gezielter zu warnen und zu handeln. Bis alles perfekt läuft, dauert es jedoch noch. Nach der Installation müssen die Sensoren bis zu zwölf Monate lang „lernen“. Die KI muss erst verstehen, wie Niederschlag und Bodenfeuchte in der Region zusammenhängen. Je mehr es in dieser Zeit regnet, desto schneller lernt das System.

Später sollen die Pegeldaten auch für alle Bürger über ein Internetportal einsehbar sein. Wer sich jetzt schon selbst schützen will, findet auf der Webseite des Märkischen Kreises eine sogenannte Starkregenmodellierung für die Eigenvorsorge.

Quelle: Märkischer Kreis – zur Originalmeldung

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