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Lüneburg nutzt Wärme aus dem Trinkwasser

In Lüneburg wurde eine neue Pilotanlage gestartet, die Energie aus dem Leitungswasser gewinnt. Das Projekt soll zeigen, ob diese Technik deutschlandweit zum Heizen genutzt werden kann.

In Lüneburg (Niedersachsen) wurde am Freitag eine neue Anlage der Firma Avacon in Betrieb genommen. Das Ziel ist es, Wärme aus dem Trinkwasser zu gewinnen und diese zum Heizen oder für Warmwasser zu nutzen. Umweltminister Christian Meyer, Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Avacon-Chef Matthias Boxberger haben die Anlage gemeinsam gestartet.

Das Ganze funktioniert so: Ein Teil des Trinkwassers fließt durch einen Wärmetauscher. Eine Wärmepumpe macht die Energie daraus dann heiß genug für die Heizung. Das abgekühlte Wasser fließt danach einfach wieder zurück ins Netz. Damit das Wasser sauber bleibt, gibt es geschlossene Kreisläufe und Sicherheitsmechanismen, die alles ständig überwachen. Die Qualität des Trinkwassers wird dabei nicht verändert.

Avacon steckt rund 500.000 Euro in das Projekt, das insgesamt drei Jahre laufen soll. Zuerst versorgt die Anlage nur das Wasserwerk selbst. Parallel dazu werden Daten gesammelt, um zu prüfen, ob die Technik effizient ist und sicher funktioniert. In anderen Ländern gibt es solche Systeme schon, in Deutschland sind sie für den normalen Betrieb aber noch nicht erlaubt.

Die Zahlen zeigen, wie viel Potenzial darin steckt: In Lüneburg könnte man so in Zukunft bis zu ein Viertel des Wärmebedarfs decken. Wenn man deutschlandweit ein Drittel des Trinkwassers nur um vier Grad abkühlen würde, könnte man jährlich riesige Mengen an Energie gewinnen.

Damit die Technik bald überall genutzt werden kann, muss jedoch die Trinkwasserverordnung geändert werden. Die Ergebnisse aus Lüneburg sollen nun als Argumente dienen, damit der Bund und der Bundesrat die Regeln anpassen. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts wird dabei helfen, die nötigen Belege zu liefern.

Quelle: Landesportal Niedersachsen – zur Originalmeldung

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