Lübeck: Massenkarambolage auf der A1 bei Scharbeutz
Es war Dienstagmittag, kurz vor eins, als es auf der A1 bei Lübeck (Schleswig-Holstein) krachte. In Höhe der Anschlussstelle Scharbeutz staute sich der Verkehr in Richtung Fehmarn. Ein 51-jähriger Fahrer aus Mazedonien befuhr mit seinem Sattelzug aus Bulgarien die zweispurige Autobahn und übersah das Stauende.
Der LKW prallte mit voller Wucht auf ein stehendes LKW-Gespann aus Lettland. Durch den Aufprall wurde dieses Gespann nach vorne geschoben. Es drückte einen Ford Transit gegen eine weitere Sattelzugmaschine aus Litauen, die auf der linken Spur stand. Die Fahrerkabine des ersten LKW war so stark eingedrückt, dass die Feuerwehr den 51-jährigen Fahrer mit Spezialgerät befreien musste. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, sein Leben ist jedoch nicht in Gefahr. Die anderen Beteiligten erlitten leichte Verletzungen und einen Schock.
Die Aufräumarbeiten waren extrem aufwendig. Der bulgarische LKW hatte knapp 27.000 Glasflaschen geladen. Diese mussten mühsam umgeladen werden. Das lettische Gespann transportierte Tiefkühlwaren. Ein Havariekommissar musste kommen, um den Schaden zu begutachten.
Zusätzlich gab es Probleme mit auslaufenden Betriebsstoffen. Da der Tank des verursachenden LKW aufgerissen war, floss viel Diesel auf die Fahrbahn. Eine Spezialfirma musste die Straße reinigen und sogar Erde am Rand austauschen. Deshalb blieb die A1 in Richtung Norden bis 23 Uhr gesperrt.
Die Polizei ermittelt nun, warum der Fahrer das Stauende so spät bemerkt hat. Die Ermittlungen dauern an.