Lorsch: Viele Laster bei Großkontrolle gestoppt
In der Nacht zum Mittwoch haben Spezialisten der Polizei den Güterverkehr in Lorsch (Landkreis Bergstraße, Hessen) genau unter die Lupe genommen. Zwischen Dienstagabend 18 Uhr und Mittwochmorgen 1 Uhr wurden insgesamt 26 Fahrzeuge von der Autobahn auf die Rastanlagen Lorsch-Ost und Lorsch-West geleitet.
Die Bilanz der Kontrolle ist schlecht: Bei 21 Lastern gab es Probleme. Die Beamten fanden 18 Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Viele Fahrer hatten zu wenig Pause gemacht. Zudem war die Ladung bei mehreren Wagen nicht richtig gesichert. Gegen die Fahrer und die Speditionen wurden deshalb Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.
Sechs Fahrer konnten keinen festen Wohnsitz in Deutschland nachweisen. Deshalb mussten sie insgesamt knapp 6000 Euro Kaution hinterlegen. Eine Spedition zahlte direkt vor Ort 1650 Euro Strafe, weil sie sich durch die Art des Transports einen illegalen Vorteil gegenüber anderen Firmen verschafft hatte.
In vier Fällen waren die Mängel so schlimm, dass die Polizei die Weiterfahrt verbot. Ein Holzlaster musste stehen bleiben, weil die Ladung gefährlich gesichert war. Eigentlich wären 41 Zurrgurte nötig gewesen, es waren aber nur 12 vorhanden. Da der Fahrer auch keine Antirutschmatten benutzt hatte, war das zu wenig. Zudem hatte er seine Ruhezeiten nicht eingehalten.
Auch ein Schwertransport durfte nicht weiterfahren. Auf dem Laster befand sich ein Baustellengerät, das allein über 62 Tonnen wog. Zusammen mit dem Fahrzeug kam man auf 110 Tonnen. Die Ladung war nicht richtig gesichert und die Genehmigung für den Transport reichte nicht aus. Der Unternehmer muss nun eine passende Genehmigung besorgen und der Fahrer die Ladung nachsichern.
Besonders schlimm war der Zustand eines weiteren LKW. Den Beamten fielen insgesamt 62 Mängel auf. Die Bremsen und die Beleuchtung waren defekt, die Karosserie war teilweise durchgerostet und die Lenkung war stark ausgeschlagen. Das Fahrzeug war so unsicher, dass es abgeschleppt werden musste.
Insgesamt waren 35 Polizisten im Einsatz. Sie kamen nicht nur aus Südhessen, sondern auch aus Westhessen, Südosthessen sowie aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.
Die Ermittlungen dauern an.