Lemgo setzt digitale Sensoren für junge Bäume ein
In Lemgo (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) wird das Gießen der Stadtbäume digitaler. Insgesamt 35 Bodenfeuchtesensoren wurden im Stadtgebiet installiert. Die Technik hilft den Städtischen Betrieben dabei, genau zu sehen, welche Bäume wirklich Wasser brauchen und wo es noch genug gibt. Besonders in der Innenstadt und in den Ortsteilen stehen die Geräte nun im Boden.
Die Sensoren messen rund um die Uhr, wie feucht und warm die Erde ist. Mehrmals täglich senden die Geräte ihre Werte per Funk an die Stadt. Die Energie dafür liefern kleine Solarzellen, sodass keine Kabel verlegt werden mussten. Die Daten landen auf einer digitalen Karte, die wie eine Ampel funktioniert: Grün bedeutet genug Wasser, Gelb zeigt an, dass es knapp wird, und Rot steht für trocken.
Bisher fuhren die Mitarbeiter der Grünflächenpflege feste Routen ab und verließen sich auf ihre Erfahrung. Das Problem dabei: Jeder Boden ist anders. Manche Bäume bekamen zu viel Wasser, andere zu wenig. Da die Stadt jedes Jahr rund 100 neue Bäume pflanzt, ist die Pflege in den ersten fünf Jahren nach der Pflanzung extrem wichtig. Die 35 Messpunkte dienen nun als Richtwert für insgesamt etwa 400 junge Bäume, da sich ähnliche Standorte meist gleich verhalten.
Für die Mitarbeiter ändern sich die Abläufe nun grundlegend. Bevor die Fahrzeuge ausfahren, wird die digitale Karte geprüft. So können die Touren gezielter geplant werden, was Zeit und Wege spart. Zudem will die Stadt die Gießarme der Fahrzeuge anpassen. Damit soll in Zukunft genau gesteuert werden, welche Menge Wasser an welcher Stelle in die Erde fließt.
Die Stadt plant außerdem, die Daten später über ein öffentliches Dashboard für alle Bürger sichtbar zu machen. Parallel dazu wird derzeit ein Konzept entwickelt, wie Regenwasser besser gesammelt und gespeichert werden kann. Die Ergebnisse dazu sollen im Frühjahr 2027 vorliegen. Die Messungen in den Ortsteilen helfen zudem der Gemeinde Kalletal, die Auswirkungen von Trockenperioden in ländlichen Lagen besser zu verstehen.
Quelle: Lemgo – zur Originalmeldung