Landsberg am Lech prüft problematische Straßennamen
In Landsberg am Lech (Bayern) geht die Stadtverwaltung den Straßennamen auf den Grund. Es geht darum, ob Menschen, die früher geehrt wurden, heute noch als Vorbild dienen oder ob ihre Namen problematisch sind. Eine Expertenkommission prüft seit 2022, ob Namen beibehalten, mit Erklärungen ergänzt oder ganz gestrichen werden sollen.
Der Prozess startete bereits im Juni 2021 mit einem Grundsatzbeschluss des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses. Kurz darauf, im März 2022, wurde die Expertenkommission ins Leben gerufen. Diese Gruppe aus Historikern, Professoren und Stadträten untersucht die Namen wissenschaftlich, damit der Stadtrat eine gute Entscheidungsgrundlage hat.
Bisher standen drei Straßen im Fokus: der Hindenburgring, die Otto-Leybold-Straße und die Oberbürgermeister-Thoma-Straße. Die Experten haben dazu Empfehlungen erarbeitet, die im Juli 2024 im Stadtrat besprochen wurden. Am 26. Mai 2025 gab es zudem eine Informationsveranstaltung, bei der die Anwohner und interessierte Bürger Fragen zu diesen drei Straßen stellen konnten.
Aktuell rücken weitere Namen ins Visier. Am 8. Oktober 2025 diskutierte die Kommission über Straßen in der Schwaighofsiedlung. Dabei geht es um die Namen Immelmann, Richthofen, Spee und Weddingen. Für diese Straßen ist eine weitere Informationsveranstaltung geplant. Dabei sollen auch der Militärhistoriker Oberstleutnant Dr. Heiner Bröckermann und Stadtheimatpfleger Prof. Stefan Paulus die Geschichte der Siedlung und die Namen Immelmann, Spee, Richthofen, Weddingen sowie Jahn erläutern.
Ob die Straßen am Ende tatsächlich einen neuen Namen bekommen oder ob erklärende Schilder helfen, entscheidet letztlich der Stadtrat auf Basis der Expertenberichte.