Landratsamt Emmendingen setzt auf künstliche Intelligenz
Das Landratsamt Emmendingen (Baden-Württemberg) nutzt künstliche Intelligenz, um die Abläufe in der Verwaltung zu modernisieren. Die Behörde will damit vor allem den Service für die Bürger verbessern und die eigenen Mitarbeiter entlasten. Landrat Hanno Hurth betont, dass die Technik kein Selbstzweck sei. Die KI soll die Menschen bei der Arbeit unterstützen, aber die endgültigen Entscheidungen treffen weiterhin die Mitarbeiter.
Einige Programme sind bereits im Einsatz. So nutzt das Amt eine IT-Sicherheitslösung mit KI, um Cyberangriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Im Büroalltag hilft die Plattform „nele.ai“ dabei, lange Gesetze oder Verordnungen zusammenzufassen und Texte zu übersetzen. Um sensible Daten zu schützen, betreibt das Landratsamt zudem eine eigene KI-Oberfläche im eigenen Rechenzentrum.
In nächster Zeit sollen weitere Bereiche digitalisiert werden. Für die Wohngeldstelle wird gerade eine Lösung vorbereitet, die bei der Prüfung von Anträgen hilft. Das soll Fehler vermeiden und die Bearbeitung beschleunigen. Außerdem plant das Amt einen Chat- und Voicebot. Dieser soll Bürgern rund um die Uhr per Text oder Sprache bei häufigen Fragen helfen und dabei mehrere Sprachen beherrschen.
Auch bei Baugenehmigungen wird derzeit geprüft, wie KI eingesetzt werden kann. Zudem wird geschaut, ob die Technik bei der internen Informationssuche oder im Ratsinformationssystem hilft. Vor jeder neuen Einführung prüft das Landratsamt die Kosten, den Datenschutz und die Sicherheit. Dabei arbeitet der Landkreis mit anderen Landkreisen und IT-Partnern zusammen. In den kommenden Monaten sollen die Projekte weiter konkretisiert werden.