Landkreis Schweinfurt rüstet sich gegen Tierseuchen
Der Landkreis Schweinfurt (Bayern) hat eine neue mobile Dekontaminationsschleuse angeschafft. Die Anlage soll helfen, Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche schnell einzudämmen. Zwar sind diese Krankheiten für Menschen nicht gefährlich, aber für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region können sie ein riesiges Problem sein.
Die Schleuse funktioniert wie eine Reinigungstation. Einsatzkräfte, Fahrzeuge und Material können dort desinfiziert werden. Da die Anlage mobil ist, kann sie direkt dorthin transportiert werden, wo die Seuche ausgebrochen ist. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Fahrzeuge müssen keine weiten Strecken zurücklegen. So wird verhindert, dass Krankheitserreger versehentlich in andere Gebiete verschleppt werden.
Landrat Florian Töpper betont, dass die Anschaffung eine wichtige Absicherung für den ländlichen Raum sei. Die Anlage könne zudem auch im allgemeinen Katastrophenschutz genutzt werden.
Damit im Ernstfall alles klappt, wurde die Technik bereits getestet. Bei einer Übung auf dem Gelände des THW Gerolzhofen halfen ehrenamtliche Kräfte des THW sowie Feuerwehrleute aus dem Landkreis mit. Gemeinsam mit dem Hersteller wurde die Schleuse und weiteres Material unter realistischen Bedingungen aufgebaut und ausprobiert. Dabei wurde auch die Zusammenarbeit zwischen dem Veterinäramt, dem Katastrophenschutz und den Helfern abgestimmt.
Sollte es tatsächlich zu einem Seuchenausbruch kommen, richtet die Behörde Schutz- und Überwachungszonen um die betroffenen Höfe ein. Der Transport von Tieren und tierischen Produkten wird dann beschränkt. Das Veterinäramt koordiniert diese Maßnahmen, während Organisationen wie das THW und die Feuerwehr bei der praktischen Umsetzung helfen.