Landkreis Rastatt plant besser gegen Starkregen
Hitzewellen und plötzliche Gewitter sorgen immer öfter für gefährlichen Starkregen. Das Problem dabei: Das Wasser kommt oft so schnell, dass die Vorwarnzeiten extrem kurz sind. Es kann zu Überflutungen und Sturzfluten kommen, selbst wenn gar kein Fluss in der Nähe ist. Deshalb will man sich im Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) besser vorbereiten.
Die sogenannte Starkregenpartnerschaft Mittelbaden besteht aus allen 23 Gemeinden des Landkreises und dem Stadtkreis Baden-Baden. Gemeinsam wollen sie die bisherigen Hochwasser-Alarm- und Einsatzpläne verbessern und gezielt auf das Thema Starkregen ergänzen. Ziel ist es, dass im Ernstfall alle Maßnahmen routiniert und geordnet ablaufen.
Die Grundlage für die neuen Pläne bilden Daten aus den letzten zwei Jahren. Dabei wurden Risiken für gefährdete Gebäude und Bereiche analysiert. Zusätzlich fließen Daten vom Land Baden-Württemberg zum Hochwasserschutz bei größeren Gewässern ein. Um diese komplexen Pläne in die Tat umzusetzen, veranstaltete das Landratsamt Rastatt im Juli einen Workshop. Fast 120 Leute vom Bevölkerungsschutz aus allen 24 Kommunen nahmen daran teil.
Da die Erstellung solcher Pläne viel Fachwissen und Personal braucht, gibt es Unterstützung. Das Land Baden-Württemberg hat zusammen mit dem Risikomanager Christian Brauner ein Muster-Konzept mit Praxisbeispielen entwickelt. Das Landratsamt Rastatt und das Regierungspräsidium Stuttgart helfen den Gemeinden nun mit Fachbeiträgen und Beratungen dabei, diesen neuen Standard umzusetzen. Der Landkreis übernimmt dabei die Kosten für das Projekt.
Die Pläne sind mehr als nur technische Dokumente. Sie sind die Basis für die Arbeit der Krisenstäbe und die Koordination der Rettungskräfte. Nur wenn alle wissen, wer was wann zu tun hat, kann die Gefahr für Menschen und Gebäude gesenkt werden.
Wer selbst vorsorgen möchte, findet Informationen und Materialien auf der Internetseite des Landkreises Rastatt unter dem Suchbegriff „Starkregenrisikomanagement“.