Landkreis Prignitz: Wasserstände sinken durch Hitze
In der Prignitz (Brandenburg) hinterlassen die Hitze und die Trockenheit deutliche Spuren. Die Wasserstände in den Gewässern sinken stetig, was man besonders an der Elbe sieht. Am Pegel in Wittenberge steht das Wasser aktuell nur noch 65 Zentimeter hoch. Zum Vergleich: Beim Hochwasser 2013 waren es fast acht Meter. Auch die Schifffahrt kommt deshalb kaum noch voran.
Die niedrigen Pegel ziehen sich durch die ganze Region. Bei der Karthane fließt seit einiger Zeit kein Tropfen mehr über das Schöpfwerk in Richtung Elbe. Der Wasserstand liegt dort 40 Zentimeter unter dem normalen Wert. Auch in der Löcknitz ist das Wasser zwischen 10 und 20 Zentimeter niedriger als eigentlich geplant. Damit die Fische und Pflanzen in der Stepenitz und der Löcknitz überleben, versuchen die Experten, zumindest einen Mindestabfluss zu sichern. Das geht allerdings nur, wenn man auf einen höheren Stauwasserstand verzichtet.
Für die Landwirtschaft gibt es klare Regeln: Wasser aus Oberflächengewässern zur Bewässerung ist schon seit Jahren verboten. Grundwasser darf zwar noch im erlaubten Rahmen entnommen werden, aber die Behörden raten dazu, dies nicht während der heißesten Tageszeiten zu tun, da das Wasser sonst zu schnell verdunstet.
Die gute Nachricht für die Bewohner: Die Trinkwasserversorgung ist weiterhin gesichert. Auch private Gartenbesitzer dürfen weiterhin kleine Mengen Wasser für ihre Pflanzen nehmen. Die untere Wasserbehörde bittet aber alle darum, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Wer den Garten gießt, sollte das am besten früh morgens oder spät abends machen.
Sorgen bereitet den Fachleuten vor allem das Wettermuster. Der Regen fällt immer öfter erst im Winter, während es im Frühjahr und Sommer zu lange Trockenphasen gibt. Das führt dazu, dass kleinere Bäche austrocknen und auch Gartenbrunnen leer bleiben können.
Die Wasserbehörde des Landkreises Prignitz beobachtet die Lage nun genau. Zusammen mit dem Landesamt für Umwelt und dem Wasser- und Bodenverband werden die Kontrollen an den Gewässern verstärkt. So soll entschieden werden, welche weiteren Maßnahmen zum Schutz des Wassers nötig sind.