Landkreis Nordsachsen baut Internet mit Glasfaser aus
Im Landkreis Nordsachsen (Sachsen) wird das Internet schneller. Am 10. August wurde das sogenannte „Graue-Flecken-Programm“ offiziell gestartet. Der Baustart fand am Bildungszentrum für das Schornsteinfegerhandwerk in Doberschütz, genauer gesagt im Ortsteil Rote Jahne, statt. Dort trafen sich der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter, Landrat Kai Emanuel und Axel Wenzke von der Telekom zum symbolischen Spatenstich.
Es geht um Orte, an denen das Internet bisher zu langsam war – meist unter 100 Mbit/s. Da andere Firmen dort nicht freiwillig investiert haben, springt nun die Telekom ein. Insgesamt sollen etwa 15.300 Adresspunkte einen Glasfaseranschluss bekommen. Die Kosten dafür sind hoch: Rund 73,6 Millionen Euro fließen in das Projekt, wovon über 30 Millionen Euro vom Freistaat kommen. Bund und Land übernehmen die Finanzierung komplett.
Die Telekom hat den Auftrag bekommen und legt im August in drei großen Projektgebieten los. Die Bautrupps müssen etwa 660 Kilometer Tiefbauarbeiten erledigen und knapp 600 Verteiler aufstellen. Damit die Anwohner nicht zu stark gestört werden, nutzen die Arbeiter vorhandene Kabelkanäle. Wenn gegraben werden muss, passiert das meist im Gehweg. Die Gräben sind etwa 40 Zentimeter tief und 15 Zentimeter breit. Dort werden magentafarbene Schutzrohre verlegt, in die die Glasfaserkabel später mit Druckluft eingeblasen werden.
Ein Team schafft je nach Boden etwa 50 bis 100 Meter am Tag. Sobald die Leitungen liegen, wird die Strecke per GPS eingemessen und der Gehweg wieder zugemacht.
Das gesamte Projekt umfasst alle 30 Städte und Gemeinden im Landkreis. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Ausbau im Jahr 2029 fertig. Dann sollen rund 80 Prozent aller Anschlüsse in Nordsachsen über Glasfaser laufen. Weitere Informationen gibt es unter www.landkreis-nordsachsen.de/themen/breitband.