Landkreis Nienburg: Immer weniger Läden in der Region
Im Einzelhandel passiert gerade viel. Eine aktuelle Untersuchung mit dem Namen „Konsensprojekt Großflächiger Einzelhandel 2025/2026“ hat sich angeschaut, wie es um die Geschäfte im Raum Hannover und im Landkreis Nienburg (Niedersachsen) steht. Das Ergebnis ist deutlich: Es gibt immer weniger Betriebe.
Im gesamten Untersuchungsraum sind seit 2016 etwa 20 Prozent der Läden verschwunden. Vor allem kleine Geschäfte mussten schließen, während die großen Ketten und Standorte ihre Position halten konnten. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen heute anders einkaufen. Sie vergleichen Preise im Internet und wollen moderne Läden, die gut erreichbar sind.
Ein wichtiger Punkt ist dabei die Art der Ware. Bei den Dingen, die man täglich braucht – wie Lebensmittel oder Drogerieartikel –, sieht es gut aus. Hier ist die Verkaufsfläche sogar leicht gestiegen. Die Nahversorgung funktioniert also weiterhin.
Problematisch ist es bei Waren, die man nicht jeden Tag kauft. Das betrifft Bekleidung, Schuhe, Bücher, Elektronik oder Möbel. Hier sind die Verkaufsflächen stark geschrumpft. Diese Läden prägen normalerweise die Ortskerne und Innenstädte, leiden aber am meisten unter dem Online-Handel.
Speziell für den Landkreis Nienburg wurden die Daten in den acht Verwaltungseinheiten außerhalb der Stadt Nienburg erhoben. Dort gibt es aktuell 309 Einzelhandelsbetriebe auf einer Fläche von 115.862 Quadratmetern. Im Schnitt hat jeder Einwohner dort 1,3 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Besonders gut versorgt sind die Menschen in den Samtgemeinden Grafschaft Hoya, Mittelweser und Uchte.
Die Zahlen zeigen auch eine Lücke beim Geld: Die Menschen im Landkreis haben ein Nachfragepotenzial von 565 Millionen Euro. Erwartet werden die Umsätze im Handel aber nur bei 370 Millionen Euro. Das bedeutet, dass viel Geld für Einkäufe außerhalb der Region ausgegeben wird. In der Stadt Rehburg-Loccum und der Samtgemeinde Mittelweser ist die sogenannte Handelszentralität allerdings höher als im Durchschnitt.
Für die Zukunft heißt das für die Gemeinden: Die Ortskerne müssen attraktiver werden. Da der reine Handel allein oft nicht mehr reicht, gewinnen Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen und Wohnungen in den Zentren an Bedeutung.