Landkreis Neuwied testet Sirenen und Warn-Apps
Am Donnerstag, den 10. September, wird es im Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz) laut. Um Punkt 11 Uhr startet der bundesweite Warntag. Die Kreisverwaltung nutzt den Termin, um gemeinsam mit der Stadt Neuwied und den Verbandsgemeinden den großen Alarmplan für die Bevölkerung zu testen.
Das bedeutet für die Menschen vor Ort: Alle installierten Sirenen im Kreis werden gleichzeitig ausgelöst. Zusätzlich schickt der Bund Warnungen über das sogenannte Cell-Broadcast-System direkt auf die Handys sowie über die Apps Nina und Katwarn. Wer also ein Smartphone hat, wird vermutlich eine Meldung erhalten.
Besonderes Augenmerk liegt diesmal auf der Wied. Von Kodden flussabwärts bis zur Mündung bei Irlich fahren Fahrzeuge mit Lautsprechern durch die Gegend und machen Durchsagen. Die Einsatzleitung teilt das Kreisgebiet in über 350 kleine Warnbezirke auf. Die Fahrer müssen genau wissen, in welchem Bezirk sie welchen Text vorlesen sollen. Das Zusammenspiel zwischen der Zentrale und den Autos auf der Straße wird so auf Herz und Nieren geprüft.
Landrat Achim Hallerbach erklärt, dass der Bevölkerungsschutz Priorität habe. Bisher stehen 116 Sirenen im Kreis. In den Verbandsgemeinden Asbach, Rengsdorf-Waldbreitbach und Puderbach sollen in den nächsten zwei bis drei Monaten weitere 22 Sirenen aufgebaut werden. In Bad Hönningen und der Stadt Neuwied ist das Netz bereits fertig. Insgesamt sollen es irgendwann rund 180 Sirenen sein, wobei der komplette Aufbau für 2027 geplant ist. Ergänzt wird das System durch 16 mobile Lautsprecheranlagen, die auf die Kommunen verteilt wurden.
Die Verantwortlichen brauchen nun Hilfe von den Bürgern. Wer die Lautsprecherdurchsagen an der Wied gehört hat, soll rückmelden, ob man die Ansagen gut verstehen konnte. Unter www.kreis-neuwied.de/warntag gibt es einen Fragebogen dafür. Nur so können die Abläufe für einen echten Ernstfall verbessert werden.