Landkreis München stärkt Gesundheitsnetzwerk
Im Landkreis München (Oberbayern) tut sich etwas im Gesundheitswesen. Ende Juni kam es im Landratsamt zur ersten Gesundheitskonferenz. Dort haben sich 32 Vertreter von Mitgliedsorganisationen und 23 weitere Fachleute aus der Pflege, dem Sozialwesen und der Medizin getroffen. Gemeinsam haben sie eine Geschäftsordnung beschlossen. Damit gibt es nun eine feste Basis, auf der das Netzwerk seine Arbeit fortsetzen kann.
Das Ziel der „Gesundheitsregion plus“ ist eigentlich simpel: Die Menschen im Landkreis sollen gesünder leben, die Lebensqualität soll steigen und jeder soll die gleichen Chancen auf eine gute Versorgung haben. In der Praxis ist das schwierig, weil viele verschiedene Stellen beteiligt sind. Deshalb sollen die Angebote besser vernetzt werden. So sollen Lücken in der Versorgung schneller sichtbar werden und passende Lösungen für die Region gefunden werden.
Landrat Christoph Göbel betonte bei dem Treffen, dass man Entwicklungen früh erkennen und schnell handeln müsse. Besonders die Folgen des Klimawandels machen es nötig, die Vorsorge und Prävention stärker in den Fokus zu rücken.
In dem Netzwerk arbeiten viele verschiedene Partner zusammen. Neben dem Gesundheitsamt und dem Jugendamt sind auch das Jobcenter und Seniorenbeauftragte dabei. Von außen steuern viele Organisationen mit: etwa der Ärztliche Kreis- und Bezirksverband, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Krankenhausleitungen, Apotheken, Hebammen und Pflegeeinrichtungen.
Bei der Konferenz wurde deutlich, wo es hakt. Zwar gibt es viele gute Angebote, aber oft fehlt der Überblick oder die Information kommt nicht richtig an. Problematisch ist vor allem der Übergang vom Krankenhausaufenthalt zurück in die ambulante Pflege zu Hause. Auch Themen wie psychische Gesundheit, Hitzeschutz in Heimen und die Unterstützung für pflegende Angehörige sind wichtig. Diese Punkte sollen nun in speziellen Arbeitsgruppen genauer besprochen werden.
Die Arbeit konzentriert sich auf drei Bereiche: die ärztliche Versorgung, die Pflege und die allgemeine Gesundheitsförderung. Letzteres bedeutet, Krankheiten zu vermeiden oder sehr früh zu erkennen. Das Ganze basiert auf einem Masterplan des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Bis 2027 soll dieses Konzept in ganz Bayern flächendeckend eingeführt werden.
Das Gesundheitsamt im Landkreis ist eigentlich schon lange aktiv. Es bietet Ernährungsberatung in Schulen und Kitas an, berät Schwangere oder warnt vor den Folgen von zu viel Mediennutzung und Suchtmitteln wie Alkohol oder Cannabis. Auch beim Hitzeschutz wird bereits gearbeitet. Die „Gesundheitsregion plus“ soll diese bestehende Arbeit nicht ersetzen, sondern ergänzen und die Zusammenarbeit mit anderen Trägern verbessern.
Wer mehr über die Angebote wissen will, kann auf der Website des Landkreises unter www.landkreis-muenchen.de nach dem Stichwort Gesundheit suchen.