Landkreis Groß-Gerau: Hitzeschutz für Gebäude kostet Millionen
Der aktuelle Sommer mit seinen extrem hohen Temperaturen und der starken Trockenheit hat ein Problem deutlich gemacht: Viele öffentliche Gebäude im Landkreis Groß-Gerau (Hessen) sind nicht für die Hitze gerüstet. Deshalb will der Kreis nun handeln und Schulen sowie Verwaltungsgebäude klimatisieren.
Landrat Thomas Will hat das Gebäudemanagement beauftragt, die Kosten für diesen Umbau zu berechnen. Die Summe ist gewaltig. Allein für den Hitzeschutz an öffentlichen Gebäuden im Kreis werden rund 75,5 Millionen Euro benötigt. Den größten Teil davon verschlingen die Schulen: Für deren Klimatisierung sind etwa 63,9 Millionen Euro veranschlagt. Für die Verwaltungsgebäude fallen weitere 5,9 Millionen Euro an, und auch für die Containeranlagen werden 5,7 Millionen Euro benötigt.
Der Landrat betont, dass diese Maßnahmen technisch zwar machbar seien, das Geld aber fehle. Die bereits bestehende Schulbauinitiative des Kreises reiche dafür nicht aus. Es bräuchte eine neue, große Investitions-Initiative, an der alle gemeinsam beteiligt sind. Zudem sind in den genannten Millionenbeträgen nur die Klimaanlagen enthalten. Kosten für die Begrünung von Fassaden, die Bepflanzung von Höfen oder die nötige Bewässerung kommen noch oben drauf.
Parallel dazu wird auf nationaler Ebene über einen Hitzeschutzplan des Bundesumweltministers Carsten Schneider diskutiert. Ein solcher Plan würde es dem Bund leichter machen, die Kommunen finanziell bei diesen teuren Maßnahmen zu unterstützen. Der Kreis Groß-Gerau hat bereits einen eigenen Hitzeaktionsplan entwickelt, um erste Schritte zu unternehmen.
Landrat Thomas Will sieht die Kostenaufstellung als ersten Schritt für weitere Entscheidungen. Er ist überzeugt, dass das Thema den Kreis noch lange beschäftigen wird.