Landkreis Darmstadt-Dieburg nutzt Ökokonto als Natur-Sparbuch
Wenn im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hessen) neue Häuser, Straßen oder Gewerbegebiete entstehen, wird Boden versiegelt. Das bedeutet: Regenwasser kann nicht mehr versickern und Tiere verlieren ihren Lebensraum. Solche Eingriffe in die Natur müssen gesetzlich ausgeglichen werden.
Hier kommt das Ökokonto ins Spiel. Es funktioniert wie ein Sparbuch für die Umwelt. Wer eine Fläche ökologisch aufwertet, bekommt dafür sogenannte Ökopunkte gutgeschrieben. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein begradigter Bach wieder in ein natürliches Bett zurückgebaut wird oder aus einem Acker eine bunte Wiese entsteht. Auch Streuobstwiesen bringen Punkte.
Der große Vorteil ist die Zeit. Die Natur braucht Jahre, um sich zu entwickeln. Mit dem Ökokonto können diese Lebensräume schon wachsen, bevor überhaupt der erste Bagger für ein Bauprojekt rollt. Das macht die Planung für Gemeinden und Firmen einfacher und beschleunigt spätere Genehmigungen.
Damit niemand schummelt, prüft die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises genau, ob die Maßnahmen fachlich sinnvoll sind und was am Ende wirklich herausgekommen ist. Die Punkte werden nicht willkürlich vergeben, sondern basieren auf einer landesweiten Liste. Ein Beispiel: Wenn für ein Haus 100 Quadratmeter Acker versiegelt werden, müssen 1.300 Ökopunkte ausgeglichen werden. Das gelingt etwa durch die Pflanzung von Hecken oder die Anlage von Auwald.
Interessant ist das System auch für Privatleute. Wer eine geeignete Fläche hat, kann diese aufwerten und die gesammelten Ökopunkte später verkaufen. Allerdings gibt es einen Haken: Die Flächen müssen dauerhaft gepflegt und erhalten bleiben. Das ist eine langfristige Verpflichtung, die man einplanen muss.
Kommunen, Firmen und Privatpersonen können sich bei Fragen direkt an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg wenden.