Landkreis Coburg warnt vor dem Buchsbaumzünsler
Gartenbesitzer im Landkreis Coburg (Oberfranken, Bayern) müssen wachsam bleiben. Der Buchsbaumzünsler ist nämlich auch jetzt noch aktiv. Laut Thomas Neder vom Landratsamt kann man von April bis Mitte September mit Fraßschäden rechnen. Je nach Wetter gibt es pro Jahr zwei bis drei Generationen dieser Schädlinge.
Wer seine Hecken retten will, kann neue Insektizide ausprobieren. Es gibt Mittel auf chemischer Basis oder solche aus den Samen des tropischen Neembaums. Diese sollen verhindern, dass sich die Larven richtig entwickeln oder verpuppen. Wer lieber auf Chemie verzichtet, kann ein Hausmittel mischen: Ein halber Liter Wasser, vier Esslöffel Weinessig, drei Esslöffel Rapsöl und ein Tropfen Spülmittel helfen gegen die Plage. Wichtig ist dabei: Je kleiner die Larven sind, desto besser wirken die Mittel.
Einige Gärtner nutzen zudem einen Hochdruckreiniger, um die Pflanzen abzusprühen. Interessant ist auch, dass Vögel die Raupen leichter finden, wenn die Buchsbäume nicht so streng geschnitten werden. Solche Pflanzen kommen oft besser mit dem Schädling klar.
Wenn die Pflanze nicht mehr zu retten ist, muss sie richtig entsorgt werden. Das ist ein Dauerthema für den Abfallberater Wolfgang Sommer. Die befallenen Pflanzen können zu den Grüngutsammelplätzen im Landkreis gebracht werden. Die Firma Panzer holt den Abfall dort ab und bringt ihn nach Blumenrod (Rödental). Dort wird das Material gehäckselt. Da die Kompostmieten bis zu 60 Grad heiß werden, sterben die Eier und Raupen zuverlässig ab. Wer mehr als einen Kubikmeter Grüngut hat, sollte die Lieferung direkt nach Blumenrod bringen.
Für alle, die ganz sichergehen wollen, gibt es noch zwei weitere Wege. Man kann den befallenen Buchsbaum in festen Säcken über den Restmüll entsorgen, da dieser verbrannt wird. Eine Abgabe im Müllheizkraftwerk Coburg ist montags, mittwochs oder freitags möglich. Dafür muss man aber vorher telefonisch unter 09561/5530-777 (täglich von 10 bis 11.30 Uhr) Bescheid geben. Alternativ geht die Anmeldung online unter www.zaw-coburg.de, wo man das Kennzeichen und die Uhrzeit angeben kann.
Der Schädling kommt ursprünglich aus Ostasien und ist seit 2007 im Coburger Land unterwegs. Vermutlich kamen die Tiere durch Importe aus der Schweiz in die Region. Dass sie sich so gut ausbreiten, liegt auch am Klimawandel. Der ausgewachsene Falter lebt hingegen nur etwa acht Tage.