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Landkreis Bad Kissingen warnt vor Strom-Autobahnen

Der Landkreis Bad Kissingen kritisiert den neuen Plan für den Stromnetzausbau. Die Behörde befürchtet zu viele Großbaustellen und fordert Geld für die betroffenen Gemeinden.

Der Landkreis Bad Kissingen (Unterfranken, Bayern) hat sich zum neuen Netzentwicklungsplan für Strom geäußert. In dem Plan geht es darum, wie die Stromleitungen zwischen 2037 und 2045 ausgebaut werden sollen. Der Landkreis ist Teil eines Bündnisses und lehnt einige Punkte im aktuellen Entwurf deutlich ab.

Ein Hauptproblem ist die Route der Leitungen. Bisher schauen die Planer vor allem auf die Technik und das Geld. Das führt dazu, dass die Strom-Autobahnen immer wieder durch dieselben Gebiete führen. Der Landkreis Bad Kissingen gehört zu den Regionen, die dadurch überlastet werden. Die Menschen vor Ort müssten jahrelang Großbaustellen ertragen, ohne selbst einen Vorteil davon zu haben. Deshalb fordert der Landkreis einen finanziellen Ausgleich. Das Geld soll zum Beispiel durch jährliche Zahlungen oder eine andere Verteilung der Gewerbesteuer an die Gemeinden fließen.

Besonders kritisch sieht der Landkreis die geplanten Gleichstrom-Leitungen DC 42 und DC 42plus (SuedWestLink). Bisher galt eigentlich, dass solche Leitungen in Kabel unter der Erde verlegt werden. Jetzt ist im Entwurf aber von Freileitungen die Rede. Der Landkreis warnt, dass die Bevölkerung das nicht akzeptieren wird. Viele Menschen haben Angst um ihre Gesundheit oder befürchten, dass ihre Häuser an Wert verlieren, wenn riesige Masten in der Landschaft stehen. Bei anderen Projekten wie dem SuedLink habe man den Widerstand nur deshalb knacken können, weil man Kabel im Boden verlegt hat.

Zudem gibt es Probleme bei der Windenergie. Im ländlichen Raum wurden zwar Gebiete für Windräder ausgewiesen, aber es fehlt oft an der passenden Infrastruktur, um den Strom überhaupt ins Netz zu bekommen. Das liegt daran, dass die Netzbetreiber in dünn besiedelten Gegenden kaum investieren, weil es dort zu wenige Stromabnehmer gibt.

Konkret fordert der Landkreis deshalb einen neuen Einspeisepunkt für die Fulda-Main-Leitung an der Grenze zum Landkreis Main-Spessart. Dort gibt es Platz für etwa 100 Windräder, aber ohne einen speziellen Anschluss an das Netz wird das Vorhaben nicht wirtschaftlich. Der Landkreis warnt, dass man sonst die Lust der Bürger und Gemeinden an der Energiewende verliert, wenn die Projekte an fehlenden Anschlüssen scheitern.

Ob die Planer die Kritik des Landkreises in den endgültigen Plan übernehmen, bleibt abzuwarten.

Quelle: Landkreis Bad Kissingen – zur Originalmeldung

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