Kreis Wesel: Betrüger erpressen Menschen mit Intimbildern
Im Kreis Wesel (Nordrhein-Westfalen) warnen die Polizeibeamten vor einer bestimmten Betrugsmasche. Die Täter suchen sich ihre Opfer über TikTok, Dating-Apps oder andere soziale Netzwerke aus. Zuerst bauen sie Vertrauen auf, bis die Betroffenen dazu verleitet werden, private und intime Bilder oder Videos zu verschicken.
Sobald die Kriminellen das Material haben, ändert sich die Stimmung. Oft schlagen sie vor, auf Instagram oder eine andere Plattform zu wechseln. Das hat einen einfachen Grund: So kommen sie an die Kontaktliste der Opfer. Dann folgt die Drohung. Die Täter behaupten, die nackten Bilder an Freunde, die Familie oder sogar an Arbeitskollegen zu schicken, wenn nicht sofort Geld gezahlt wird.
Verlangt wird das Geld meistens in Form von Paysafecards oder Guthabenkarten aus Tankstellen und Läden. Diese Codes sind für die Betrüger ideal, weil sie das Geld schnell einlösen können und die Polizei sie kaum zurückverfolgen kann.
Die Polizei rät dringend dazu, keine intimen Aufnahmen an Leute zu schicken, die man nur aus dem Internet kennt. Man sollte vorsichtig sein, wenn ein Kontakt sehr schnell persönlich wird. Auch die Privatsphäre-Einstellungen bei Social-Media-Profilen sollten geprüft werden, damit Kontaktlisten nicht öffentlich einsehbar sind.
Wer bereits erpresst wird, soll sich nicht schämen. Die Täter setzen genau auf dieses Gefühl, um Druck aufzubauen. Die Beamten raten: Bloß nicht zahlen. Wer einmal Geld überweist, wird meistens noch höhere Forderungen gestellt bekommen. Stattdessen sollten Betroffene Screenshots von den Nachrichten und den Profilen machen, den Kontakt sofort abbrechen und die Accounts blockieren.
Betroffene sollten den Vorfall bei einer Polizeidienststelle melden und Anzeige erstatten. Weitere Informationen gibt es unter www.polizei-beratung.de oder beim Kriminalkommissariat für Prävention und Opferschutz unter der Telefonnummer 0281/1074420.