Kreis Segeberg: Viele Menschen fühlen sich einsam
Im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) fühlen sich viele Menschen einsam. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben, die der Kreis gemeinsam mit Partnern wie dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem Psychiatrischen Krankenhaus Rickling durchgeführt hat. Insgesamt 2.535 Menschen nahmen anonym an der Online-Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigen, dass Einsamkeit fast jeden treffen kann. Besonders oft betroffen sind ältere Menschen, Leute, die alleine wohnen, oder Menschen, die keinen festen Tagesablauf haben. Überraschend ist, dass Männer häufiger von Einsamkeit berichten als Frauen. Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Gefühl der Isolation und einem höheren Risiko für Depressionen oder Angstzustände.
Ein großes Problem ist laut den Forschern der sogenannte „Turn-Away-Effekt“. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Befragten kaum über ihre Einsamkeit spricht oder sich nicht damit befasst. Viele schämen sich oder haben Angst, dass sie persönlich versagt haben. Deshalb werden die vorhandenen Beratungs- und Sozialangebote im Kreis viel zu selten genutzt.
Wer Hilfe sucht, kann zum Beispiel zur Gesprächsgruppe „Sozial kann Jede*r“ gehen. Diese wird vom Landesverein für Innere Mission angeboten. Die Gruppe trifft sich immer am ersten Montag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr im Freizeitzentrum „Kuhstall“ in Rickling.
Um die Angebote in Zukunft besser an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen, lädt der Kreis zu einem Workshop ein. Dieser findet am Donnerstag, den 25. Juni, von 10 bis 13 Uhr in der Rosenstraße 28a in Bad Segeberg statt. Interessierte können sich per E-Mail anmelden.
Die Ergebnisse der Studie wurden bereits im Frühjahr mit rund 100 Experten aus Kommunen und Vereinen diskutiert. Nun sollen konkrete Lösungen entwickelt werden, um besonders gefährdete Gruppen früher zu erreichen.