Kreis Segeberg rettet Unterlagen der Wollspinnerei Blunck
Was über Generationen hinweg das Leben und Arbeiten in der Region prägte, ist nun für die Zukunft gerettet. Der historische Schriftgutbestand der ehemaligen Wollspinnerei Blunck bekommt ein neues Zuhause im Kreisarchiv Segeberg (Schleswig-Holstein). Möglich wurde das Ganze durch eine Vereinbarung zwischen dem Kreis und dem Förderverein der Spinnerei.
Die Wollspinnerei Blunck wurde bereits im Jahr 1852 gegründet. Über lange Zeit war sie weit mehr als nur ein Industriebetrieb. Sie war ein wichtiger Arbeitgeber und die Lebensgrundlage für viele Familien in der Gegend. Damit war sie ein Motor für die Wirtschaft und ein Zeichen dafür, wie die Industrialisierung auch den ländlichen Raum erreichte. Zwar endete die Produktion im Jahr 2010, doch die Fabrikanlage ist fast vollständig erhalten und funktioniert größtenteils noch. Aktuell wird das Gebäude restauriert, damit es später als Museum für Industrie- und Technikgeschichte genutzt werden kann.
Jetzt ist auch das schriftliche Gedächtnis der Firma gesichert. In 24 Umzugskartons wurden Geschäftsbücher, Briefe, technische Pläne, Fotos und Verwaltungsakten an das Archiv übergeben. Diese Dokumente erzählen vom Arbeitsalltag der Menschen und zeigen, wie sich das Unternehmen wirtschaftlich und technisch entwickelt hat.
Für die Familie des Firmengründers ist die Übergabe ein persönlicher Moment. Anne-Katrin John und Friedrich-Georg Blunk, beide Urenkel des Gründers, engagieren sich im Verein. Ihnen war es wichtig, dass die Akten nicht in Vergessenheit geraten, sondern professionell bewahrt werden und für alle zugänglich bleiben.
In den kommenden Monaten wird das Archiv die Unterlagen nun genau sichten und ordnen. Danach können Forscher, Heimatkundler und Besucher des künftigen Museums die Dokumente nutzen, um neue Erkenntnisse über die Geschichte der Region zu gewinnen.