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Krefeld zeigt Schatz des vergessenen Kartografen

Im Stadtarchiv Krefeld gibt es eine besondere Ausstellung über Christian Sgrooten. Der Mann zeichnete vor Jahrhunderten geheime Karten für den spanischen König.

Wer heute eine Karte braucht, drückt einfach auf das Handy. Früher war das eine echte Wissenschaft und oft sogar ein Staatsgeheimnis. Genau darum geht es in der neuen Ausstellung im Stadtarchiv Krefeld (Nordrhein-Westfalen). Dort wird das Werk von Christian Sgrooten gezeigt, einem Mann, der fast vergessen worden wäre.

Sgrooten lebte etwa von 1525 bis 1603 und wohnte meistens in Kalkar. Er war ein Meister seines Fachs und arbeitete als königlich-spanischer Kartograf für König Philipp II. Damals waren seine Karten keine Kunstwerke für die Galerie, sondern wichtige militärische Dokumente. Sie lieferten strategisches Wissen über Europa, das streng geheim bleiben musste. Insgesamt schuf er rund 70 Karten, darunter zwei große Atlanten, die heute in Belgien und Spanien aufbewahrt werden.

Interessant ist, dass Sgrooten vermutlich bei dem berühmten Gerhard Mercator gelernt hat. Während Mercator weltbekannt wurde, geriet Sgrooten nach seinem Tod 1603 in Vergessenheit. Nun wollen die Organisatoren ihn wieder ins Rampenlicht rücken. Die Ausstellung zeigt Karten vom Niederrhein, den Niederlanden, dem Heiligen Römischen Reich und dem Heiligen Land.

Neben den Karten gibt es noch mehr zu sehen: Der Landvermesser Georg Opdenberg zeigt alte Messinstrumente in Schaukästen, und der Künstler Martin Lersch hat kleine Bilder zum Leben des Kartografen gemalt. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Geschichte des Raumes Peel-Maas-Niers zusammen mit der Stadt Kalkar, dem Verein der Freunde Kalkars und dem Archiv von Venlo auf die Beine gestellt.

Eröffnet wird die Schau am Sonntag, den 6. September, um 11 Uhr durch Oberbürgermeister Frank Meyer. Besucher können die Exponate bis Mitte Oktober im Stadtarchiv besichtigen. Für Schüler gibt es zudem spezielles Material, damit auch die Jüngeren verstehen, wie mühsam das Vermessen der Welt früher war. Interessierte Schulklassen können sich direkt beim Stadtarchiv melden.

Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung

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