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Krefeld: Hauseinsturz an der Gerberstraße führte zur Berufsfeuerwehr

Ein schweres Unglück im Jahr 1890 forderte in Krefeld viele Todesopfer. Die Katastrophe änderte die Art, wie die Stadt ihre Feuerwehr organisierte.

Es war der 10. August 1890 in Krefeld (Nordrhein-Westfalen). Gegen kurz vor 19 Uhr suchte ein heftiger Gewitterregen die Stadt heim. Der Regen kam wie ein Wolkenbruch herunter. In der Gerberstraße führte das zu einer Katastrophe: Ein Haus stürzte plötzlich ein.

Zeugen berichteten von einem gewaltigen Krachen und vielen Hilferufen. Eine riesige Staubwolke hüllte die Straße ein. In dem Gebäude wohnten einfache Arbeiter, Weber und Werkmeister mit ihren Familien. Das Unglück forderte insgesamt 26 Menschenleben. Besonders schlimm war, dass 17 der Toten Kinder waren.

Später kam heraus, warum das Haus zusammenbrach. Das Gebäude mit der Nummer 34 war über die Jahre mehrfach umgebaut worden. Es gab einen neuen Flügelbau und eine angebaute Scheune, zudem war ein Stockwerk aufgesetzt worden. Die Bauweise war für diese Lasten nicht mehr geeignet. Als das Unwetter über die Stadt zog, konnten die Kanalrohre die Wassermassen nicht mehr fassen. Das Wasser drückte in die Keller und unterspülte die Grundmauern, bis das Haus nachgab.

Dieses Ereignis war ein Weckruf für die Stadt. Bis dahin gab es in Krefeld nur eine freiwillige Feuerwehr. Die Verantwortlichen merkten schmerzhaft, dass Freiwillige in einer wachsenden Industriestadt nicht mehr ausreichten. Nur neun Tage nach dem Einsturz, am 19. August 1890, beschloss die Stadtverordnetenversammlung deshalb, eine Berufsfeuerwehr aufzubauen.

Zuerst zog die neue Mannschaft provisorisch in ein Spritzenhaus an der Geldernschen Straße. Das Team bestand aus einem Wachtmeister, einem Oberfeuerwehrmann und zehn Feuerwehrleuten. Im Juli 1891 wurde dann die erste richtige Wache am Westwall 118 in Betrieb genommen. Später folgte 1909 die Hauptwache an der Florastraße, die damals als eine der besten in ganz Preußen galt.

Die Feuerwehr Krefeld erinnert nun an diese Geschichte. Am Sonntag, den 6. September, lädt sie zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 11 bis 17 Uhr können Besucher die Wache besichtigen und sich über die Arbeit der Rettungskräfte informieren.

Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung

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