Köthen restauriert historische Fenster im Ratssaal
In Köthen (Anhalt, Sachsen-Anhalt) wird derzeit im Ratssaal gearbeitet. Die zwölf kunstvollen Bleiglasfenster aus dem Jahr 1898 werden komplett restauriert. Mitte Juli hat die Firma Glaswerkstätten F. Schneemelcher aus Quedlinburg die Fenster ausgebaut. Damit die Fläche von rund 25 Quadratmetern nicht offen steht, hat die Firma provisorisch Grobspanplatten eingesetzt. Diese lassen deutlich weniger Licht durch als die Originalfenster.
In der Werkstatt werden nun Fehl- und Bruchstellen repariert. Besonders wichtig ist dabei ein Loch, das im letzten Dezember durch eine Silvesterrakete entstanden ist. Bisher war diese Stelle nur mit einer einfachen Glasscheibe geflickt. Die Fachleute versuchen nun, das Fenster denkmalgerecht zu rekonstruieren und nutzen dafür so viele originale Scherben wie möglich.
Die Arbeiten dauern etwa zwei Monate. Die Firma aus Quedlinburg hat bereits Erfahrung mit großen Projekten, wie etwa bei der Deutschen Nationalkirche in Rom. Ziel ist es, dass die Fenster bis zum nächsten Hauptausschuss am 8. September 2026 wieder eingebaut sind. Da im Saal derzeit ein Gerüst steht, finden die Ausschusssitzungen bis dahin im Raum 217 im Verwaltungsgebäude in der Wallstraße statt.
Die Sanierung war bereits seit anderthalb Jahren geplant und kostet rund 90.000 Euro. Fast die Hälfte der Summe, genau 49 Prozent, übernimmt das Programm „Denkmalpflegeförderung 2026“. Neben dem Erhalt des Denkmals geht es auch um die Energieeffizienz. Von außen bekommen die Fenster eine zusätzliche Schicht aus sogenanntem „Goetheglas“. Das sieht fast aus wie die historischen Scheiben, dämmt aber besser. So soll verhindert werden, dass es bei Veranstaltungen im Winter im Saal zu kalt wird.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Köthen – zur Originalmeldung