Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden steckt in Finanznot
Beim Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden (Baden-Württemberg) sieht es finanziell schlecht aus. Das Krankenhaus hat bereits jetzt ein strukturelles Defizit, was bedeutet, dass die Ausgaben dauerhaft höher sind als die Einnahmen. Am 16. Juli hat sich der Aufsichtsrat erneut zusammengesetzt, um über die wirtschaftliche Lage zu beraten.
Ein neues Gesetz des Bundestages, das sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, macht die Situation noch schlimmer. Ab dem Jahr 2027 wird das Klinikum dadurch jedes Jahr bis zu 13 Millionen Euro zusätzlich verlieren. Bisher haben die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt die Verluste gemeinsam aufgefangen. Doch nun ist ein Punkt erreicht, an dem das Geld nicht mehr reicht.
Die Verantwortlichen warnen vor Schnellschüssen. Oberbürgermeister Thomas Jung betont, dass die Lage ernst sei. Er muss einerseits die Versorgung der Patienten und die über 3.600 Mitarbeiter im Blick behalten, andererseits aber auch auf die knappe Kasse der Stadt achten. Auch Landrat Christian Dusch sieht die Bedeutung der Entscheidung für die gesamte Region als sehr hoch an.
Aktuell prüft der Aufsichtsrat verschiedene Szenarien für eine Neuausrichtung des Klinikums. Dabei werden alle rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten untersucht. Da die Folgen dieser Entscheidung dauerhaft wären, will man nichts überstürzen. Sobald die Prüfungen abgeschlossen sind, sollen die Mitarbeiter, die Politik und die Öffentlichkeit informiert werden.
Welche konkreten Kürzungen oder Änderungen an der Versorgung geplant sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Ermittlungen zu den möglichen Lösungen dauern an.