Zum Inhalt springen
newssofort.de

Kiel plant klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040

Hannes Pohl, Geschäftsführer Pohl-Gruppe, Dr. Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal Stadtwerke Kiel, Wolfgang Podolske, Fernwärmeinitiative Philosophenviertel und Alke Voß, Umweltdezernentin Landeshauptstadt Kiel (v. li.) beim symbolischen Spatenstich zum ersten Bauabschnitt. Foto: Bodo Quante / Lh Kiel

Die Stadt hat einen großen Wärmeplan aufgestellt, um Hausbesitzern bei der Heizungsumstellung zu helfen. In einigen Stadtteilen beginnt der Ausbau der Fernwärme bereits.

Kiel (Schleswig-Holstein) will bis zum Jahr 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreichen. Die Stadt hat dafür einen Plan mit 34 verschiedenen Maßnahmen entwickelt. Das Ziel ist es, den Hausbesitzern eine Orientierung zu geben, welche Heizlösung für ihr Gebäude am günstigsten und umweltfreundlichsten ist.

Ein wichtiger Grund für den Plan ist das Gebäudeenergiegesetz. Ab dem 1. Juli 2026 müssen Eigentümer beim Austausch der Heizung darauf achten, dass mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme kommen. Für Neubauten gilt diese Regel schon seit Anfang 2024.

Der neue Wärmeplan zeigt nun konkret auf, wo die Stadtwerke Kiel AG die Fernwärme ausbauen wollen. Es gibt Gebiete, in denen ein Anschluss an das große Netz geplant ist, und Bereiche, in denen kleinere Nahwärmenetze sinnvoller sind. An anderen Stellen ist es am günstigsten, wenn jeder Hausbesitzer eine eigene Lösung, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe, einbaut.

Die praktische Umsetzung hat bereits begonnen. Seit dem 23. Juni werden im Philosophenviertel 130 Häuser an die Fernwärme angeschlossen. Das ist erst der Anfang: Insgesamt sind 49 Gebiete vorgesehen, in denen rund fünf Kilometer neue Leitungen verlegt werden sollen. Am 3. Juli gaben die Dezernentin Alke Voß und Dr. Jörg von den Stadtwerken die erste Etappe mit einem symbolischen Spatenstich frei.

Wer unsicher ist, wie es mit der eigenen Heizung weitergeht, kann kostenlose Hilfe in Anspruch nehmen. Seit Januar 2025 bietet die Stadt Beratungen im Nachhaltigkeitszentrum am Europaplatz 2 an. Dort helfen Energieberater und das Klimaschutzteam bei Fragen zu Fördergeldern oder der passenden Technik.

Zudem gibt es konkrete Termine für Interessierte: Am 25. Juni 2026 gibt es einen Infostand auf der Schlauchmachwiese während der Kieler Woche. Am 5. Oktober 2026 findet ein Online-Seminar zur Kerndämmung von Mauern statt. Und am 21. November 2026 wird im Kieler Schloss ein großer Infotag zum Thema Wärmepumpen veranstaltet.

Die Stadt betont, dass der Wärmeplan eine Hilfe ist, aber keine rechtliche Pflicht. Die Ergebnisse sind nicht verbindlich. Ob und wie die einzelnen Hausbesitzer ihre Anlagen umstellen, entscheiden sie selbst, wobei die Stadt auf eine gemeinsame Lösung über Leitungen setzt, wo es wirtschaftlich möglich ist.

Quelle: Kiel – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Weitere Meldungen aus Kiel

Alle ansehen