Kiel: Paar wegen Liebesbetrug im Internet verdächtigt
Alles begann mit einer Begegnung auf einer Avatar-Chatplattform. Eine 21-jährige Frau aus Braunschweig (Niedersachsen) lernte dort einen Mann kennen. Die beiden schrieben viel, und es entwickelte sich eine Beziehung. Doch der Mann wollte bald Geld. Er überredete die junge Frau dazu, ihm mehrfach Geld für technische Geräte zu überweisen, zum Beispiel für einen E-Reader.
Die Frau bemerkte den Betrug und erstattete Anzeige. Die Ermittlungen führten die Polizei schließlich nach Kiel (Schleswig-Holstein). Dort konnten zwei Tatverdächtige ausfindig gemacht werden: ein 31-jähriger Mann und eine 32-jährige Frau.
Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Paares. Dabei fanden die Beamten zahlreiche Beweise, sowohl in Papierform als auch auf digitalen Geräten. Diese wurden sichergestellt.
Das Ausmaß der Vorwürfe ist gewaltig. Den beiden wird vorgeworfen, insgesamt 114 Taten begangen zu haben. In 56 dieser Fälle soll der Betrug sogar gewerbsmäßig abgelaufen sein, also als regelmäßiges Einkommen.
Die Ermittler vom Landeskriminalamt stufen den Fall als eher untypisch ein. Meistens stecken hinter solchen Maschen, dem sogenannten „Love Scam“, große Gruppen aus dem Ausland, etwa aus Westafrika oder Osteuropa. Die Verdächtigen aus Kiel waren laut Polizei vermutlich eher Trittbrettfahrer, die das System für sich nutzten.
Ob und inwieweit sich die beiden Tatverdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Landeskriminalamt Schleswig-Holstein – zur Originalmeldung