Kiel: Körperverletzung und Pyrotechnik beim Spiel gegen St. Pauli
Das Holstein-Stadion in Kiel (Schleswig-Holstein) war ausverkauft, als die Mannschaften gegeneinander antraten. Schon am frühen Nachmittag waren Heimfans in der Stadt unterwegs. Die Gäste aus Hamburg kamen meist mit der Bahn an und fuhren mit Sonderbussen direkt zum Stadion.
Gegen 15:45 Uhr starteten etwa 700 Heimfans einen Fanwalk in der Koesterallee. Während des Marsches zündeten einige Leute Pyrotechnik und Rauchkörper. Die Polizei filmte die Szenen und stoppte die Gruppe schließlich am Düvelsbeker Weg. Die Beamten sprachen die Fans an und verboten ihnen, weitere Raketen oder Rauchbomben zu benutzen. Die Videos werden nun ausgewertet, um herauszufinden, wer gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen hat.
Die erste Halbzeit verlief ruhig, doch in der Pause eskalierte die Situation im Stadion. Zwei Menschen stritten sich erst heftig und gingen dann körperlich aneinander. Die Polizei nahm eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung auf. Der Beschuldigte musste das Stadion sofort verlassen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit zündeten Fans im Heimblock erneut Pyrotechnik. Das Spiel wurde kurz unterbrochen, bevor es weiterging. Nach dem Abpfiff fuhren die Gäste mit Bussen zurück zum Hauptbahnhof. Ein Teil der Heimfans blieb noch am Stadion. Gegen 21:15 Uhr begleiteten Polizisten etwa 150 Heimfans in Richtung Bergstraße. In der Paul-Fuß-Straße zündeten Fans wieder mehrfach Pyrotechnik. Die Polizei hielt den Marsch kurz an und untersagte die Raketen erneut. Am Ziel in der Bergstraße löste sich die Gruppe auf.
Kurz darauf, gegen 21:20 Uhr, gab es am Kieler Hauptbahnhof weiteren Ärger. Heim- und Gästefans bedrohten sich gegenseitig. Beamte der Bereitschaftspolizei aus Eutin sprachen alle Beteiligten an und nahmen Strafanzeigen auf.
Der Einsatzleiter zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden. Die Ermittlungen wegen der Körperverletzung und der Pyrotechnik dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.