Kassel startet großes Schwimmprojekt für Grundschulkinder
In Kassel (Hessen) gibt es ein neues Projekt, das sicherstellen soll, dass jedes Kind schwimmen kann. Unter dem Namen „Kasseler WELLE“ arbeiten die Stadt und die Universität zusammen. Aktuell nehmen 19 von 26 Grundschulen teil. Insgesamt sind es über 1.400 Kinder, die dabei sind.
Das Ganze funktioniert so: Alle Zweitklässler der teilnehmenden Schulen verbringen eine Woche lang im Auebad. Täglich sind sie für etwa 90 Minuten im Wasser. Dabei geht es nicht darum, schnellstmöglich ein Abzeichen zu holen. Die Kinder sollen erst einmal die Angst verlieren, Sicherheit gewinnen und lernen, Gefahren richtig einzuschätzen. Die Fahrt zum Bad und der Eintritt kosten die Familien nichts.
Besonders ist die Technik im Becken. Es gibt Plattformen unter Wasser, die man in der Höhe verstellen kann. So können auch Kinder, die körperliche oder geistige Einschränkungen haben, sicher mitmachen. Die Betreuung übernehmen mehr als 50 Sportstudenten der Universität Kassel. Diese nutzen eine spezielle App, mit der sie den Lernstand der Kinder digital erfassen und passende Übungen auswählen können.
Das Projekt besteht aus drei Teilen. Der erste ist die Wassergewöhnung für die Zweitklässler. Der zweite Teil ist das sogenannte Hortschwimmen, bei dem in den Herbstferien etwa 150 Kindern kostenlos das Schwimmen beigebracht wird. Der dritte Teil wird gerade noch entwickelt: Hier sollen gezielt Angebote für Kinder mit Handicap geschaffen werden, die eine noch individuellere Betreuung brauchen.
Bis zum Jahr 2030 will die Stadt das Angebot ausbauen, sodass jedes Jahr bis zu 2.000 Kinder pro Jahrgang erreicht werden. Die Konzepte und Materialien aus dem Projekt sollen später kostenlos an andere Schulen und Vereine weitergegeben werden.
Quelle: Kassel – zur Originalmeldung