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Kassel bietet fast allen Grundschülern Ganztagsbetreuung

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Während der Bund die Ganztagsbetreuung erst schrittweise einführt, ist Kassel fast am Ziel. An fast allen Grundschulen gibt es bereits Plätze für alle Jahrgänge.

In Deutschland ist die Ganztagsbetreuung für Erstklässler seit diesem Schuljahr Pflicht. Die Stadt Kassel (Hessen) ist hier jedoch deutlich schneller als der Rest des Landes. Von insgesamt 28 Grundschulen und Grundstufen bieten bereits 27 ein Ganztagsangebot an. Das Besondere dabei: Die Stadt beschränkt sich nicht nur auf die erste Klasse, sondern bietet Plätze für alle vier Jahrgänge an.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig das Angebot für die Eltern ist. Von den rund 7.500 Grundschülern in der Stadt nutzen über 90 Prozent den Ganztag. Für die Familien bedeutet das, dass sie ihren Berufsalltag besser planen können, weil die Kinder verlässlich betreut werden.

Dieser Zustand kam nicht über Nacht. Die Stadt investiert bereits seit 2006 in die nötigen Gebäude. Insgesamt flossen über 70 Millionen Euro in die Infrastruktur. Würde man das auf heutige Baupreise hochrechnen, läge die Summe bei über 120 Millionen Euro. Je nach Schule sah das anders aus: Mal reichte ein neuer Speisesaal mit Küche, mal mussten komplette Mensen neu gebaut werden. Viele dieser Erweiterungen entstanden aus Holz, sind gut gedämmt und haben Solaranlagen auf dem Dach.

Ein Beispiel für die Umsetzung ist die Schule am Jungfernkopf, die zum Schuljahr 2025/26 gestartet ist. Dort wurde eine alte Rundsporthalle in eine Mensa umgewandelt und neue Räume angebaut. In den Teams arbeiten Lehrer, Hortleiter und Sozialarbeiter zusammen, unterstützt von über 200 Leuten der Stadtbild gGmbH.

Die Stadt räumt aber auch ein, dass die Priorität auf dem Ganztag andere Bereiche gekostet haben. In einigen Schulen gibt es einen Sanierungsstau, weil das Geld und die Leute zuerst für die Ganztagsbetreuung gebraucht wurden. Dieser Nachholbedarf ist groß und muss nun Schritt für Schritt abgearbeitet werden.

Ein letztes Puzzleteil fehlt noch: Die Grundschule Wolfsanger-Hasenhecke soll als letzte Schule zum Schuljahr 2027/28 in den Ganztag wechseln. Aktuell gibt es dort für interessierte Kinder noch ein Hortangebot.

Zukünftig will die Stadt die Qualität weiter verbessern. Die Kinder sollen mehr mitbestimmen dürfen, und es soll eine digitale Lösung für die Kommunikation zwischen Eltern und Schule eingeführt werden, damit weniger Papier verbraucht wird.

Quelle: Kassel – zur Originalmeldung

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