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Karlsruhe: Betroffene fordern Hilfe bei Long-Covid-Folgen

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Die Initiative „Liegenddemo“ hat die Erste Bürgermeisterin besucht. Sie wollen mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit der schweren Erkrankung ME/CFS.

Einige Betroffene der Initiative „Liegenddemo“ haben sich mit der Ersten Bürgermeisterin von Karlsruhe (Baden-Württemberg) Bettina Lisbach getroffen. Es geht um die Erkrankung ME/CFS, die oft nach einer Corona-Infektion oder als Impfnebenwirkung auftritt. In Karlsruhe leiden laut der Initiative etwa 6.000 Menschen darunter. Das sind rund zwei Prozent der Stadtbevölkerung.

Die Krankheit raubt den Betroffenen fast jede Lebensqualität. Paulina Zöller, die während der Pandemie erkrankte, erzählt, dass sie ihr Studium und ihren Job aufgeben musste. Am Anfang verbrachte sie bis zu 23 Stunden am Tag im Liegen. Wer schwer erkrankt ist, kann oft nicht einmal mehr alleine auf die Toilette gehen, weil der Kreislauf zusammenbricht. Manche können nur noch in dunklen Räumen bleiben. Die Verzweiflung ist so groß, dass die Suizidrate hoch ist. So berichtet die Initiative von einem 19-jährigen Karlsruher, der sich das Leben nahm.

Ein großes Problem ist die Suche nach Hilfe. Viele Ärzte kennen das Krankheitsbild nicht und schicken die Patienten in die Psychiatrie statt zum Neurologen. In Karlsruhe gibt es nur zwei Ärzte, die die Diagnose stellen können: ein Privatarzt in Rüppurr und ein Neurologe in Durlach. Bei beiden gibt es lange Wartelisten.

Die Delegation übergab der Bürgermeisterin Postkarten von Demonstranten. Darin stehen Wünsche an den Gemeinderat. Gefordert werden unter anderem eine eigene ME/CFS-Ambulanz und mehr Verständnis bei den Behörden. Auch Senioren, die ihre kranken Kinder pflegen, wünschen sich betreutes Wohnen für die Betroffenen. Zudem sollen Ärzte verpflichtet werden, sich über die Krankheit aufzuklären.

Bürgermeisterin Lisbach hat versprochen, das Thema weiterzuverfolgen. Sie will nun Gespräche mit dem Gesundheitsamt und dem Städtischen Klinikum führen.

Quelle: Karlsruhe – zur Originalmeldung

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