Kamp-Lintfort: Heimische Pflanzen trotzen der Hitze
In Kamp-Lintfort (Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen) gibt es derzeit einen Ort, an dem der Sommer kaum Spuren hinterlassen hat. Im Zechenpark stehen die Wiesen trotz der anhaltenden Hitze und dem Regenmangel der letzten Wochen in voller Blüte. Das Besondere dabei: Die Stadt muss die Pflanzen nicht gießen. Sie kommen komplett ohne zusätzliche Bewässerung aus.
Das Tiefbau- und Grünflächenamt der Stadt erklärt, dass das an den heimischen Pflanzen liegt. Arten wie Salbei, Wilde Möhre, Schafgarbe, Flockenblume oder Echtes Labkraut haben tiefe Wurzeln. Damit erreichen sie Wasserreserven im Boden, an die ein normaler Rasen niemals herankommt. Auch Wegwarte, Pastinake und Natternkopf kommen mit der aktuellen Lage gut zurecht.
Diese Pflanzen sind nicht nur robust, sondern auch wichtig für die Natur. Sie bieten Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum. Zudem sind sie pflegeleichter und günstiger im Unterhalt als klassische Grünflächen. Die Stadt beobachtet zudem, dass manche Wildblumen die Trockenheit sogar nutzen, um sich schneller auszubreiten und alte Rasenflächen zu verdrängen.
Die Stadt möchte dieses Beispiel nun auch für Privatleute nutzen. Kirsten Holsteg vom Tiefbau- und Grünflächenamt regt an, im eigenen Garten über den kurz geschnittenen und ständig gegossenen Rasen nachzudenken. Heimische Pflanzen seien eine gute Alternative, um den Garten wetterfest zu machen.
Ob mehr Gartenbesitzer in Kamp-Lintfort auf diese robusten Wiesen setzen, bleibt abzuwarten.