Kamp-Lintfort bekommt Millionen für Zechenpark
In Kamp-Lintfort (Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen) gibt es Geld für die Natur. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen das Projekt „Lebensraumband im Zechenpark“ mit rund 1,3 Millionen Euro. Insgesamt kostet das Vorhaben etwa 1,5 Millionen Euro. Das bedeutet, dass 90 Prozent der Kosten durch Fördergelder aus dem Programm „Grüne Infrastruktur“ gedeckt werden. Minister Oliver Krischer hat den Zuwendungsbescheid übergeben und das Projekt gelobt.
Der Grund für die Maßnahmen ist die geplante Rückkehr der Niederrheinbahn. Die Gleise sollen künftig mitten durch den Zechenpark führen. Damit die Bahn optisch in die Landschaft passt und gleichzeitig die Natur geschützt wird, plant die Stadt neue Vegetationszonen an beiden Seiten der Trasse. Direkt an den Gleisen muss aus Sicherheitsgründen ein Bereich von jeweils vier Metern frei bleiben. Dahinter sollen neue Bäume, Blühhecken und Blumenwiesen entstehen. Ein besonderes Highlight wird der sogenannte „Tiny Forest“ sein. Das ist ein kleiner, sehr dicht bepflanzter Wald, der schnell wächst und gut mit dem Klimawandel klarkommt.
Neben dem Bahnbereich wird auch das „Klimawäldchen“ südlich des Schirrhofs angefasst. Dieser Wald entstand vor etwa 20 Jahren auf alten Schotterflächen der Zeche. Er soll nun vorsichtig für Besucher geöffnet werden. Ein barrierefreier Weg, der 1,5 Meter breit ist, führt durch eine Lücke in der alten Zechenmauer zur Friedrich-Heinrich-Allee. Es gibt dort einen Naturpfad mit Sitzplätzen unter den Bäumen. Im Sommer soll das Wäldchen zudem helfen, die Umgebung abzukühlen.
Damit die Besucher auch etwas lernen, arbeitet die Stadt mit der Hochschule Rhein-Waal und dem LAGA-Förderverein zusammen. Sie entwickeln Stationen für die Umweltbildung, die Bergbaugeschichte und Natur verbinden.
Das Ganze ist Teil der Vorbereitung auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027. Die Bauarbeiten im Park sollen Anfang 2027 starten und bis zur IGA fertig sein. Die Gleise der Niederrheinbahn werden dann voraussichtlich noch nicht gebaut. Wann genau die Züge wieder fahren, steht noch nicht fest, da die Planungen für die nötigen Brücken noch laufen.