Iserlohn: Jugendliche besuchen Gedenkstätten in Italien
Erwin Schlünder wurde 1921 in Iserlohn (Märkischer Kreis, Nordrhein-Westfalen) geboren. Im August 1944 war er als Soldat in Italien stationiert. Doch er wollte nicht länger für die Nationalsozialisten kämpfen. Zusammen mit vier Kameraden half er den italienischen Partisanen, um das Töten durch die Wehrmacht und die Waffen-SS zu beenden. Für diesen Mut bezahlte er mit seinem Leben: Am 27. August 1944 wurde er hingerichtet.
Um diese Geschichte lebendig zu halten, organisierten die städtische Jugendarbeit und der erzieherische Jugendschutz eine Reise nach Albinea in die Region Emilia-Romagna. Von Sonntag, 23. August, bis Samstag, 29. August, waren 19 Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren unterwegs. Begleitet wurden sie von fünf Erwachsenen.
Das Programm war dicht gefüllt. Die Gruppe machte einen Stadtspaziergang durch Reggio Emilia zum Thema Widerstand und Verfolgung und besuchte das Institut „Istoreco“. Am Dienstag, 25. August, besuchten sie Marzabotto, einen Ort, der bis heute als Symbol für deutsche Verbrechen in Italien gilt. Am Mittwoch, 26. August, ging es nach Canossa und später zu Gedenkfeierlichkeiten in Albinea. Dort besuchte auch Bürgermeister Michael Joithe das Mahnmal, das 1995 errichtet wurde. Die Gruppe sah einen Dokumentarfilm, half beim Anbringen einer Gedenktafel an der „Villa Calvi“ und besuchte die „Villa Rossi“, wo die Hinrichtungen vor über 80 Jahren stattfanden.
Am Donnerstag, 27. August, legten die Jugendlichen Blumen am Grab von Erwin Schlünder und Hans Schmidt auf dem Soldatenfriedhof in Costermano sul Garda nieder. Danach besuchten sie das „Museo Cervi“ in Campegine. Am Freitag, 28. August, trotz Temperaturen von 37 Grad, wanderten einige Teilnehmer über den „Weg der Befreiung“ von Vezzano sul Crostolo nach Albinea. Dort trafen sie die Bürgermeisterin von Albinea, Roberta Ibattici, und machten ein Foto vor einem Stück der Berliner Mauer.
Die Eindrücke der Reise werden nun in einer Ausstellung mit dem Titel „Unsere Visionen für ein freiheitlich-demokratisches Europa“ gezeigt. Die erste Station ist die Reformierte Kirche in der Wermingser Straße 9. Die Eröffnung findet dort am Freitag, 18. September, um 14 Uhr statt. Die Ausstellung ist dort bis Samstag, 3. Oktober, zu sehen. Danach zieht die Schau in die Volkshochschule (VHS) am Bahnhofsplatz 2 um. Dort kann man sie vom Dienstag, 6. Oktober, bis Donnerstag, 15. Oktober, besuchen. Die Abschlussfeier in der VHS ist für Donnerstag, 15. Oktober, um 18 Uhr im Fanny-van-Hees-Saal geplant.
Wer an der Eröffnung oder der Abschlussfeier teilnehmen möchte, soll sich per E-Mail an joerg.simon(at)iserlohn.de anmelden. Für die Feier in der VHS geht die Anmeldung auch online über die Webseite der Volkshochschule.
Quelle: Iserlohn – zur Originalmeldung