Industriekultur als Tourismus-Magnet im Märkischen Kreis
In der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn (Märkischer Kreis, Nordrhein-Westfalen) kam vor Kurzem die Regionalkonferenz Kultur und Tourismus zusammen. Mehr als 30 Leute waren dabei. Es waren Vertreter von Tourist-Informationen, dem Stadtmarketing, aus Museen und Kulturzentren sowie Mitglieder des Vereins WasserEisenLand.
Im Mittelpunkt stand das Thema „Industriekultur vom Feinsten“. Die Teilnehmer waren sich einig: Man muss nicht stundenlang fliegen oder hunderte Kilometer fahren, um spannende Orte der Industriegeschichte zu sehen. Direkt vor der Haustür gibt es Schmiedehämmer, Drahtfabriken, Kohlemeiler oder Messingwalzwerke, die man entdecken kann.
Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper erklärte, dass die Region bis heute stark von ihrer Geschichte geprägt sei. Schon vor tausenden Jahren wurde hier Eisen verhüttet. Heute gibt es eine starke Zulieferindustrie, die zum Beispiel Teile für Autos oder Flugzeuge baut. Diese Mischung aus Tradition und Innovation sei ein wichtiges Merkmal, um Touristen anzulocken.
Um die Kultur erlebbar zu machen, gab es auf der Konferenz auch praktische Beispiele. Dr. Sandra Hertel führte die Gruppe durch das neue Nadelmuseum in der Anlage Maste-Barendorf. Außerdem wurde gezeigt, wie Technik hilft: Die App „RoadStory“ bietet digitale Audioguides an. Per GPS bekommt der Nutzer auf dem Handy Infos und Geschichten, wenn er an einem bestimmten Punkt steht. In Lüdenscheid gibt es so eine Route bereits, ein Drahthandelsweg ist gerade in Arbeit.
Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Industriekultur quasi die DNA des Märkischen Sauerlands ist. Sie verbindet Wirtschaft, Bildung und Tourismus. Um die Zusammenarbeit in der Region weiter zu stärken, soll das Thema noch einmal in einer Folgeveranstaltung in diesem Jahr vertieft werden.