Immenstadt: So helfen Hausgärten den Bienen im Juli
Im Frühling summt es noch überall, doch im Juli wird es für Bienen schwierig. Viele Wiesen sind bereits gemäht, Pflanzen haben ihre Blüten verloren und die ersten Felder sind abgeerntet. In dieser Zeit entsteht eine sogenannte Trachtlücke, weil Nektar und Pollen knapp werden. Gerade dann werden Hausgärten, Balkone und kleine Grünflächen in Immenstadt (Landkreis Oberallgäu, Bayern) extrem wichtig.
Gerti Epple, eine Fachlehrerin vom AELF Kempten, erklärt, dass jede blühende Fläche im Hochsommer zählt. Hausgärten können hier eine wichtige Lücke schließen und als Rückzugsort für Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge dienen. Dabei muss der Garten nicht perfekt aussehen. Wichtig ist vor allem eine vielfältige Bepflanzung mit Arten, die auch im Juli und August blühen.
Besonders wertvoll sind offene Blüten. Bei stark gefüllten Zierformen kommen die Insekten oft gar nicht an den Nektar heran. Viele bunte Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien sehen zwar toll aus, bieten den Bienen aber kaum verwertbare Nahrung. Wer wirklich helfen will, sollte daher auf ökologisch wertvolle Pflanzen setzen.
Als gute Beispiele für den Hochsommer gelten Lavendel, Katzenminze, Wiesen-Salbei, Kornblumen oder das echte Johanniskraut. Auch Kräuter wie Wilder Majoran sind super, da sie den Insekten schmecken und gleichzeitig in der Küche verwendet werden können. Für farbige Akzente bis in den Spätsommer eignen sich verschiedene Sonnenhut-Arten.
Neben den Pflanzen hilft auch die richtige Pflege. Wer nicht jede verblühte Staude sofort abschneidet, lässt wichtige Rückzugsorte und Nahrung für Vögel stehen. Ein bisschen Gelassenheit beim Gärtnern ist hier Gold wert. Wer erst ab Juli und dann nur abschnittsweise mäht, hilft Klee, Löwenzahn und Gänseblümchen, länger zu blühen.
Zusätzlich kann eine flache Wasserstelle mit Steinen oder Moos an heißen Tagen lebensrettend sein, damit die Insekten trinken können, ohne zu ertrinken. Wer auf Chemie verzichtet und stattdessen auf robuste Pflanzen setzt, unterstützt die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür.