Immenstadt: Historisches Motorrad im 3D-Druck
Wie kann man ein altes Motorrad mit modernster Technik wieder zum Leben erwecken? Genau diese Frage haben Studierende der RWTH Aachen und der DHBW Stuttgart beantwortet. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Modell der Imme R 100, das man jetzt in Immenstadt (Landkreis Oberallgäu, Bayern) bestaunen kann.
Alles fing mit Bhagyashri Bachhav an. Die Masterstudentin aus Indien restaurierte an der RWTH Aachen eine echte Imme R 100 aus dem Jahr 1948. In ihrer Freizeit schraubte sie zudem im Workshop 4107 in Flein bei Heilbronn an historischen Fahrzeugen. Weil sie ein Andenken an ihre Studienzeit wollte, kam ihr die Idee: Warum nicht ein Modell der Imme selbst bauen und mit einem 3D-Drucker herstellen?
Die Umsetzung war aufwendig. Das historische Motorrad wurde erst genau vermessen und dann am Computer digital nachgebaut. Danach wurde das Design in viele kleine Einzelteile zerlegt, die nacheinander gedruckt und schließlich zu einem Modell zusammengefügt wurden.
Aus dieser privaten Idee machte Eberhard Schätzle, ein Dozent der DHBW Stuttgart, gemeinsam mit dem Imme-Freundeskreis ein echtes Hochschulprojekt. Von Januar bis März 2026 arbeiteten Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens an der digitalen Nachmodellierung des kompletten Motors. In kleinen Gruppen übernahmen sie verschiedene Aufgaben: Einige kümmerten sich um die CAD-Modellierung und die technischen Berechnungen, andere druckten die Bauteile aus dem Kunststoff PLA und bauten sie am Ende zusammen.
Das fertige Funktionsmodell zeigt, wie man alte Technik mit digitalen Methoden heute wieder greifbar machen kann. Wer das Projekt sehen möchte, kann die Sonderausstellung im Museum Hofmühle besuchen. Die Exponate sind dort noch bis zum 20. September 2026 zu sehen.