Illegale Gehälter beim TSV Aubstadt: Mehrere Verurteilungen
Beim bayerischen Regionalligisten TSV Aubstadt (Landkreis Kitzingen, Bayern) liefen die Finanzen lange Zeit nicht mit rechten Dingen zu. Zwischen 2018 und 2023 betrieb der Verein ein geheimes System für die Bezahlung der ersten Herrenmannschaft. Spieler und Trainer waren auf dem Papier oft nur als Minijobber eingetragen. In Wahrheit bekamen sie aber viel mehr Geld bar auf die Hand.
Nicht nur feste Gehälter wurden so versteckt. Auch Prämien für Punkte, Aufstiege oder Aufläufe wurden systematisch als Barzahlungen ausgezahlt. Dadurch wurden die Sozialkassen und das Finanzamt bewusst umgangen.
Um das Ganze aufzudecken, starteten das Hauptzollamt Schweinfurt und die Staatsanwaltschaft Würzburg ein Großverfahren. Im Mai 2023 durchsuchten die Beamten mehr als 60 Wohnungen und Geschäftsräume. Dabei nahmen sie über 200 Beweisstücke mit, darunter etwa 20 Handys und andere digitale Geräte. Die Ermittler werteten die Daten aus und konnten so genau nachrechnen, wer wie viel Geld für welche Leistung wirklich bekommen hatte.
Der Schaden für die Sozialkassen war gewaltig und belief sich auf rund 1,13 Millionen Euro. Zusätzlich fehlten Steuern in sechsstelliger Höhe. Nachdem die Durchsuchungen im Mai 2023 erfolgt waren, gaben die Verantwortlichen die Fehler zu und halfen bei der Aufklärung. Die fehlenden Sozialversicherungsbeiträge und Steuern wurden inzwischen vollständig zurückgezahlt.
Das Amtsgericht Würzburg hat nun die Strafen verhängt. Die Verantwortlichen erhielten jeweils eine Jahresstrafe auf Bewährung für zwei Jahre. Außerdem müssen sie Geldstrafen zwischen 90 und 300 Tagessätzen zahlen. Insgesamt geht es bei diesen Geldstrafen um eine Summe im niedrigen siebenstelligen Bereich. Die Urteile sind mittlerweile rechtskräftig.