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Hofheim am Taunus: Bürgermeister fordert Finanzhilfe vom Land

Bürgermeister Wilhelm Schultze warnt vor dem finanziellen Zusammenbruch der Stadt und fordert eine neue Entschuldungslösung für Hessen.

Die Stadt Hofheim am Taunus (Main-Taunus-Kreis, Hessen) steckt in tiefen finanziellen Problemen. Bürgermeister Wilhelm Schultze hat deshalb einen offenen Brief an die Landesregierung und die Abgeordneten des Hessischen Landtages geschrieben. Er warnt, dass die Lage der Kommunen nicht länger warten könne und sofortiges politisches Handeln nötig sei.

Die Zahlen für Hofheim sehen schlecht aus: Die Stadt hat einen Fehlbetrag von rund 17 Millionen Euro angesammelt. Rücklagen gibt es nicht mehr. Um überhaupt zahlungsfähig zu bleiben, musste die Kreditlinie für die Liquidität zuletzt auf 40 Millionen Euro erhöht werden. Auch die Bürger spüren die Krise. Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt im Jahr 2026 bereits bei 1.545 Punkten. Laut aktuellen Schätzungen wird dieser Satz trotz aller Sparmaßnahmen noch massiv steigen müssen. Schultze sagt dazu, dass man diese Belastungen den Menschen kaum noch erklären könne.

Der Bürgermeister gibt zu, dass einige Entscheidungen in Hofheim selbst zur Lage beigetragen haben. Vor allem die Ursachen seien aber strukturell. Er sieht Hofheim als einen Vorreiter für ein Problem, das bald viele hessische Kommunen treffen werde. In Hessen konnten 2025 nur 242 von 442 Kommunen ihr Ergebnis ausgleichen. Bei 24 Städten und Gemeinden reichten selbst die letzten Reserven nicht mehr aus.

Schultze fordert nun eine sogenannte Hessenkasse 2.0. Damit meint er eine schnelle Lösung für Altfehlbeträge und Kassenkredite, ähnlich wie es das Land bereits 2018 versucht hat. Außerdem will er, dass die Rahmenbedingungen für den Haushaltsausgleich gelockert werden. So sollen längere Zeiträume für den Abbau der Schulden sorgen, damit die Grundsteuer nicht so extrem springt.

Für den Bürgermeister geht es dabei nicht nur um Geld. Er befürchtet, dass die Bürger das Vertrauen in den Staat verlieren, wenn die Kommunen nicht mehr handlungsfähig sind. Das könne Menschen an die politischen Ränder treiben. Ob die Landesregierung auf den offenen Brief reagiert, bleibt abzuwarten.

Quelle: Hofheim am Taunus – zur Originalmeldung

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