Historische Dokumente im Rathauskeller von Schlangen gefunden
Im Rathauskeller von Schlangen (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) wurde in der vergangenen Woche aufgeräumt. Die Gemeindeverwaltung muss Dokumente gesetzlich für eine bestimmte Zeit aufbewahren. Wenn diese Fristen ablaufen, wird geprüft, was weggeworfen werden kann und was für die Geschichte wichtig ist.
Mit Mundschutz und Gummihandschuhen stieg das Team von Leiterin Dr. Sarah Masiak vom Kreisarchiv in den 200 Jahre alten Keller hinunter. Dort war es zwar staubig, aber angenehm kühl. Bei der Durchsicht der alten Papiere stießen die Fachleute auf besonders wertvolle Funde.
Die Dokumente sind für die Geschichtsforschung und für Menschen, die ihre Familiengeschichte erforschen, von großem Wert. Die Akten zeigen, wie viele Menschen im nationalsozialistischen Regime fliehen mussten oder zwangsvertrieben wurden. Man kann darin Fluchtwege, die Herkunftsorte und familiäre Bindungen nachvollziehen. Zudem beschreiben die Unterlagen, wie die Menschen im Deutschland nach dem Krieg wieder integriert wurden und wie die Wirtschaft neu geordnet wurde.
Laut Dr. Masiak belegen die Akten Einzelschicksale von Menschen, die wohl nie geglaubt hätten, dass man heute noch über sie berichtet. Das Archiv lädt nun Forscher dazu ein, die Unterlagen zu sichten und die Geschichten dieser Menschen zu untersuchen. Dabei müssen die gesetzlichen Fristen des Archivgesetzes beachtet werden.
Quelle: Schlangen – zur Originalmeldung