Hilpoltstein: Kinder entscheiden im Ferienrat über Spielgeräte
In Hilpoltstein (Landkreis Roth, Bayern) haben zwölf Kinder zwischen 9 und 12 Jahren Politik zum Anfassen erlebt. Im Rahmen des Ferienprogramms trafen sie sich zum sogenannten Ferienrat. Dabei schlüpften die Jugendlichen in die Rollen von Stadträten der erfundenen Pfalzgräfinnenpartei und Brunnenmännchenpartei.
Der Ablauf war genau wie bei den Erwachsenen im Rathaus. Zuerst gab es eine Einführung durch Bürgermeister Felix Erbe. Danach zogen sich die Kinder mit Beratern aus der Stadtverwaltung in ihre Fraktionen zurück. Dort studierten sie Unterlagen und Beschlussvorlagen, um sich auf die Sitzung vorzubereiten.
Um Punkt 10:30 Uhr eröffnete der Bürgermeister die Sitzung mit einer Glocke. Die Kinder berieten über zwei konkrete Themen. Erstens ging es um die alten Spielgeräte an der Liegewiese im Stadtbad. Die Abstimmung war knapp: Mit 7 zu 6 Stimmen gewannen die Geräte, die mehr Spielmöglichkeiten bieten.
Zweitens wurde über einen neuen Trinkbrunnen am Marktplatz diskutiert. Hier einigten sich die Kinder darauf, dass ein Brunnen mit Flaschenbefüllung im Eingangsbereich des Rathauses aufgestellt werden soll. Dabei achteten die Kinder besonders auf Details wie die Hygiene und darauf, ob auch Menschen mit Behinderung den Brunnen nutzen können.
Neben den offiziellen Punkten brachten die Kinder eigene Wünsche ein. Sie forderten saubere Toiletten in den Schulen und Eis für alle Teilnehmer des Burgfestlaufs. Auch die Elefantenrutsche wurde als zu gefährlich eingestuft. Diese wird bis zur nächsten Saison durch eine flachere Delfinrutsche ersetzt. Einen gewünschten Bolzplatz an der Dorotheenhöhe baut die Stadt bereits.
Der Bautechnik-Experte Ralph Sattler war bei der Sitzung dabei und muss die beschlossenen Dinge nun umsetzen. Auch die Presse war vertreten: Corinna Anton vom Hilpoltsteiner Kurier berichtete über die Sitzung, sodass die Kinder ihr Ergebnis am nächsten Tag in der Zeitung lesen konnten.
Zum Abschluss gab es noch eine nichtöffentliche Sitzung, deren Inhalt geheim bleibt, und ein gemeinsames Foto, bevor die jungen Politiker verabschiedet wurden.