Herzogenaurach blickt auf seine Stadtgeschichte zurück
Die Wurzeln von Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt, Bayern) reichen weit zurück. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1002. Kurz darauf, im Jahr 1021, schenkte Kaiser Heinrich II. den Königshof Aurach an das Bistum Bamberg. Aus dieser Siedlung entwickelte sich die Stadt, die bereits im ersten Viertel des letzten Jahrtausends das Stadtrecht erhielt.
Im Jahr 1348 war die Stadt ein wichtiges Zentrum für die Verwaltung und zählte etwa 500 bis 600 Einwohner. In dieser Zeit tauchte erstmals die Tuchmacherei auf, die über lange Zeit den wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt bildete. Auch der Namenszusatz „Herzogen-“ lässt sich seit dem frühen 14. Jahrhundert nachweisen, wobei bis heute nicht genau geklärt ist, woher dieser Zusatz eigentlich kommt.
Das Stadtbild prägten über lange Zeit befestigte Bezirke wie das Schloss, die Kernstadt und die Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Die Kirche wurde 1341 fertiggestellt. Das Schloss diente als Sitz des bischöflichen Vogts und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im Barockstil erneuert. Wer heute durch die Stadt geht, sieht noch immer die spätmittelalterlichen Tortürme und die stattlichen Ackerbürgerhäuser am Straßenmarkt. Das Alte Rathaus steht bis heute frei in der Mitte des Marktplatzes.
Nach verschiedenen Herrschaftswechseln gehörte die Stadt ab 1810 fest zum Königreich Bayern. Während die Tuchmacherei lange dominierte, wurde sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von der Schuhproduktion abgelöst. Diese Abhängigkeit von nur einer Branche wurde in der Zeit der Weimarer Republik zum Problem, da die Wirtschaftskrise viele Menschen arbeitslos machte.
Ein wichtiger Wendepunkt war das Ende des Zweiten Weltkriegs. Da die Stadt kaum zerstört wurde, kamen viele Flüchtlinge und Evakuierte nach Herzogenaurach. Zwischen 1939 und 1954 wuchs die Einwohnerzahl allein dadurch um 2377 Menschen. Mit den neuen Bewohnern kamen auch neue Firmen, wie etwa die Firma Schaeffler (INA), die heute über 8.000 Arbeitsplätze bietet.
Auch die Nutzung des ehemaligen Fliegerhorsts prägte die jüngere Geschichte. Nach 1945 wurde daraus der US-Stützpunkt „Herzo Base“. Als die Amerikaner 1992 abzogen, übernahm adidas das Gelände für die „World of Sports“. Dort entsteht aktuell ein neues Wohngebiet auf 30 Hektar, das Platz für etwa 2000 weitere Einwohner bieten soll.