Hemau entscheidet über Zukunft der Asylunterkunft
In Hemau (Landkreis Regensburg, Bayern) wird derzeit heftig darüber diskutiert, was mit der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber in der Dietfurter Straße passieren soll. Die Einrichtung gibt es bereits seit zehn Jahren. Der aktuelle Vertrag zwischen der Stadt und der Regierung der Oberpfalz läuft im Herbst 2026 aus.
Am 20. Juli luden die Verantwortlichen zu einer Informationsveranstaltung im Landgasthof Ferstl-Bruckmeier ein. Rund 150 Bürger kamen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Stadt beendet die Vereinbarung und die Anlage wird zurückgebaut. Oder der Vertrag wird für weitere fünf, acht oder zehn Jahre verlängert.
Vertreter der Regierung der Oberpfalz und des Landratsamtes Regensburg sprachen sich für einen Weiterbetrieb aus. Sie sehen das „Hemauer Modell“ als Erfolg. Aktuell leben dort etwa 90 Menschen, meist Männer, aber auch Familien mit Kindern. Rund ein Viertel der Bewohner arbeitet. Die Regierung argumentiert, dass die Betreuung in einer zentralen Unterkunft besser funktioniert als in vielen kleinen Privatwohnungen. Würde die GU geschlossen, müssten die Asylbewerber in Mietwohnungen im Ort verteilt werden – allerdings ohne den Sicherheitsdienst und die soziale Betreuung vor Ort.
Im Publikum gab es viel Kritik. Einige Bürger erinnerten daran, dass die Unterkunft ursprünglich nur für zehn Jahre geplant war. Die Regierung entgegnete, dass niemand mit den aktuellen Kriegen und Krisen in der Welt rechnen konnte. Auch die Kosten waren ein Thema. Diese übernimmt der Freistaat Bayern, nicht die Stadt oder der Landkreis. Die Stadt Hemau erhält dafür Miete, über deren Höhe im Falle einer Verlängerung neu verhandelt werden müsste.
Die Polizei räumte mit der Angst auf, die Unterkunft sei ein sozialer Brennpunkt. Der Leiter der Polizeiinspektion Nittendorf erklärte, dass Einsätze vor Ort meist nur Verwaltungsdinge seien und kaum Gewaltdelikte passierten. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Straftaten, die einen direkten Bezug zur Unterkunft haben.
Nicht alle waren kritisch. Der Vorsitzende des TV Hemau berichtete, dass viele Bewohner sportlich im Verein aktiv seien und es kaum Probleme gebe. Auch aus dem Jugendtreff und der Nachbarschaftshilfe kamen positive Berichte über die Integration und die Hilfsbereitschaft im Ort.
Nun liegt es am Hemauer Stadtrat, eine Entscheidung zu treffen. In der Sitzung am 28. Juli wird darüber abgestimmt, ob die Unterkunft bleibt oder verschwindet.
Quelle: Hemau – zur Originalmeldung