Helmstedt: Geologen bohren tief in die Erdgeschichte
Vor Millionen von Jahren sah es in Helmstedt (Niedersachsen) ganz anders aus als heute. Damals war der Ort vermutlich eine Küstenstadt in einem tropischen Klima. Später wurde es kälter und das Meer stieg an. Diese Veränderungen haben Spuren im Gestein hinterlassen, die nun erforscht werden sollen.
Die Experten vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) starten deshalb am Montag, den 14. September, ein besonderes Projekt. Westlich des Ortsteils Emmerstedt lassen sie eine Bohrung abteufen, die bis in 180 Meter Tiefe führen soll. Das Ziel sind Gesteinsschichten aus dem sogenannten Paläogen, die zwischen 27 und 40 Millionen Jahre alt sind. In Niedersachsen kann man diese Schichten nur erreichen, wenn man tief in den Boden bohrt.
Bei der Arbeit fördern die Geologen Bohrkerne aus der Tiefe. Das sind Gesteinszylinder mit zehn Zentimeter Durchmesser und einem Meter Länge. Diese Proben werden anschließend in das Geozentrum nach Hannover gebracht. Dort untersuchen Spezialisten im Labor, woraus das Gestein besteht. Dr. Olaf Lenz vom LBEG vermutet, dass sie vor allem auf Tone und Sande stoßen werden.
Im Labor schauen die Forscher ganz genau hin. Sie suchen nach Fossilien, analysieren die chemische Zusammensetzung und prüfen die Struktur der Ablagerungen. So wollen sie verstehen, wie sich die Region über Millionen von Jahren entwickelt hat.
Das LBEG ist als staatlicher Geologischer Dienst dafür zuständig, den Untergrund in ganz Niedersachsen systematisch zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Bohrung sollen als wichtige Grundlagendaten dienen und später auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.