Hamburg: Mann stieg im S-Bahnhof Harburg-Rathaus auf Gleise
Es war kurz nach Mitternacht, als Bundespolizisten im S-Bahnhof Harburg-Rathaus (Hamburg) aufmerksam wurden. Über die Videoüberwachung bemerkten die Beamten gegen 00:17 Uhr, dass sich ein Mann im Gleisbereich aufhielt. Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Bahnhof ganz normaler Betrieb. Das bedeutete, dass jeden Moment ein Zug auf den Gleisen hätte einfahren können.
Die Polizei reagierte sofort. Um den Mann zu schützen, ließen die Beamten den Strom kurzzeitig abschalten und sperrten die betroffenen Gleise. Erst als sicher war, dass niemand mehr zwischen den Schienen stand, wurde die Sperre wieder aufgehoben. Wie stark der Zugverkehr dadurch gestört wurde, ist nicht bekannt.
Streifen der Bundespolizei fanden den 50-jährigen Deutschen noch im Bahnhof. In einem Gespräch mit den Polizisten erklärte der Mann, warum er das Risiko eingegangen war: Ihm seien Dokumente in die Gleise gefallen, die er dann selbst herausholen wollte.
Nachdem die Beamten die notwendigen Maßnahmen durchgeführt hatten, wurde der Mann wieder vor Ort entlassen. Er muss sich jedoch nun mit den rechtlichen Folgen auseinandersetzen. Die Polizei hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unerlaubten Gleisaufenthalts gegen ihn eröffnet.
Die Bundespolizei nutzt den Vorfall für eine dringende Warnung. Sie betont, dass der Aufenthalt auf den Gleisen lebensgefährlich ist. Egal ob es um ein Handy, Dokumente oder ein Selfie geht: Züge können nicht ausweichen und haben oft zu lange Bremswege. Wer die Gleise betritt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die Fahrgäste und die Helfer.
Ob und inwieweit sich der Mann strafbar gemacht hat, klärt nun die zuständige Behörde. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Hamburg – zur Originalmeldung